Das Dachwerk von Notre-Dame de Paris , der Brand am 15.4.2020 und der Wiederaufbau

Die Predigt , die in Stein und Holz gemeißelt wird

 

 

 

 

Als Maurer und Staatlich geprüfter Bautechniker bin ich ein Liebhaber alter Gebäude: Von Burgen, über Schlösser, Villen bis hin zu den im Bergischen Land typischen Fachwerkhäusern. Den eleganten eher strengeren Klassizismus schätze ich dabei genauso gern wie den ausschmückenden blumigen Barock. Nichts jedoch geht bei mir über die weltweit einmaligen Leistungen der Baumeister der Gotik.

Die Hochzeit des Christentums in Europa erschuf einen genialen Baustil, der die Elemente der christlichen biblischen Symbolik in schlanke, ästhetische   mit höchster

Präzision erstellte Baukonstruktionen einbindet: In den Kathedralen werden christlicher transzendenter Glaube als Vorschau  des neuen  aus dem Himmel kommenden Jerusalem verwoben mit hartem handwerklichen Fleiß, höchster Genauigkeit und hingebungsvoller künstlerischer kreativer Schöpfertätigkeit.

Das Evangelium vom kommenden Reich Gottes wird so gepredigt durch lichtdurchflutete hohe Buntglasfenster-Geschichten, durch Malereien an Gewölben und Wänden und durch Statuen.

Jeder auch nicht des Lesens Kundige im Mittelalter verstand so die Botschaft des Evangeliums durch die dreidimensional erschaffene Predigt in Stein, Glas und Farbe.

Der Glauben an die zukünftige Wiederkunft Christi und seines Himmelreiches erlebt damit eine Vorschau in Raum und Zeit der Gegenwart des Glaubenden.

Auch heute noch dienen diese Zeugnisse unserer tiefgläubigen Vorfahren uns zur Erinnerung und zur Predigt:  Gott schafft eine neue Himmel und eine neue Erde. Und mit seinen Kindern will und wird er dort in Ewigkeit – also zeitlos für alle Zeiten – zusammen leben: Ohne Tod, ohne Tränen, ohne Krieg, ohne Leid. Ohne Quarantäne und ohne Virus.

In dieser himmlischen neuen Welt wird es keine Ungerechtigkeit, keine Boshaftigkeit, keinen Zorn, keinen Neid, keinen Machtmißbrauch , keine Gewalt und keinen Mißbrauch mehr geben.

Genau davon künden bereits seit eintausend bis eintausendzweihundert Jahren Klöster, Kirchen, Kathedralen.

Und heuer ist es unsere Aufgabe, diese Predigten in Stein, instandzusetzen, zu sanieren und für unsere Nachfahren zu erhalten – vielleicht für die nächsten noch eintausend Jahre.

Damit sich so die Überlieferung , das Althergebrachte, mit dem kommenden neuen Leben verbinden kann.

Gerade dazu fehlt unseren gläubigen Brüdern und Schwestern von Notre-Dame derzeit natürlich auch ihr Gotteshaus. Gottesdienste, Konzerte, Chorproben und vieles andere ist stark dezimiert. In Zeiten der Corona-Krise können wir es alle jetzt selbst vermutlich ganz gut nachempfinden, was das für unsere französischen Geschwister von Notre-Dame bedeutet.

Diese Arbeit des Erhaltens und Schützens, alter Kathedralen genauso wie überlieferter Kultur, Werte und Sitten, ist die Aufgabe von hoch qualifizierten Restauratoren und Konservatoren.

Hiervon erzählen – zumindest was den Schutz der Kathedralen angeht – die nachfolgenden Videobeiträge.

 

 

Herzlich, Ihr Freddy Kühne

 

 

Das Dachwerk von Notre-Dame de Paris und der Brand am 15.4.2020

 

 

 

Spendenkonto für Notre Dame

Empfänger: Zentral-Dombau-Verein

IBAN: DE 24 3704 0044 0508 7655 01

Stichwort: Wiederaufbau Notre-Dame

 

 

Titelbild: Bildschirmfoto Youtube

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99 Thesen

 

Der Wiederaufbau von Notre-Dame / Arte Re:

 

 

Von Arte

Der Brand des Pariser Wahrzeichens hat die ganze Welt berührt. Noch ist die Kirche nicht gerettet, und die Bauarbeiten werden von mindestens zwei Seiten behindert: dem beim Brand freigesetzten Bleistaub und dem Verwirrspiel der Administrationen. „Re:“ begleitet rund um die Kathedrale Menschen, die versuchen, Notre-Dame allen Widrigkeiten zum Trotz wieder aufzubauen. Philippe Villeneuve ist Chefarchitekt der schwierigsten Baustelle Europas und leitet den Wiederaufbau der bei dem Brand am 15.04.2019 schwerbeschädigten Notre-Dame.

 

Etwa 120 Bauarbeiter arbeiteten zunächst bis zum 25. Juli an der Sicherung der Kathedrale. Dann wurde die Baustelle für einen Monat wegen des Bleistaubs geschlossen, der beim Brand des Dachstuhls freigesetzt worden war. Wegen der komplizierten Auflagen gehen die Arbeiten nur sehr schleppend voran. Für Philippe Villeneuve eine Katastrophe, da „seine“ Kathedrale weiterhin einsturzgefährdet ist. Die Kathedrale vom hochgiftigen Bleistaub zu befreien – das ist Véronique Vergès-Belmins Aufgabe. Jedes neue Reinigungsverfahren muss aufwändig getestet werden, denn die Kunstwerke von Notre-Dame dürfen auf keinen Fall weiter beschädigt werden.

Seit 40 Jahren ist Mado, wie sie liebevoll genannt wird, die Seele des Restaurants „A l’Ombre de Notre-Dame“, direkt neben der Kathedrale gelegen. Mit 72 steht sie noch selbst am Herd und kocht französische Hausmannskost. Eigentlich wollte sie dieses Jahr in den Ruhestand gehen. Nach dem Brand hat sie jedoch beschlossen, weiterzumachen. Wie alle Geschäftsleute rund um die Kirche muss Mado einen Umsatzrückgang von gut 80% verkraften. Dabei hat sie noch Glück: Ihr Restaurant wurde zur „Kantine“ der Bauarbeiter und Architekten. „Re:“ begleitet die Menschen von Notre-Dame bei ihrem Kampf, ihre geliebte Kathedrale zu retten. Denn das Überleben von Notre-Dame ist für jeden von ihnen von existenzieller Bedeutung.

 

Das Video ist auf Youtube bis zum 1/7/20 abrufbar