von Freddy Kühne

„The Cut“ – Ein Film über das Schicksal der Armenier in der Türkei.

Angesichts der aktuellen politischen Lage in der türkisch-syrisch-irakischen Region mahnt der Film uns auch heute dazu, nicht erneut vor einer systematischen Vertreibung von Christen, Yesiden und Kurden durch islamistische Terroristen tatenlos wegzuschauen.

Zwar hat die türkische Regierung und Adminstration sich im ersten Weltkrieg die Hauptschuld aufgeladen, dennoch hat das Deutsche Kaiserreich – dessen Verbündeter die Türkei im 1. WK war – trotz aller Informationen ohne diplomatische Interventionen den Völkermord beobachtend und tatenlos hingenommen.

Dies darf nicht erneut geschehen.
Daher ermutigen wir Transatlantiker die Verantwortungsträger im Kanzleramt, in der Regierung und im Bundestag, sich diplomatisch und mit notwendiger militärischer Unterstützung auf Seiten der Verfolgten und Vertriebenen, auf Seiten der Hinterbliebenen von Getöteten nachhaltig und intensiv einzusetzen – eingebettet in eine politische geostrategische Lösung, die mit der willkürlichen Grenzziehung der Kolonialzeit aufräumt und daher den Kurden zu einem einheitlichen Staatsgebiet auf syrisch-irakischem Boden verhilft, in welchem auch Yesiden und Christen sicher leben können.

Die heutige türkische Regierungspartei AKP hat aus den Fehlern der Vergangenheit noch nicht gelernt. Sie verpasst die Chance des Jahrhunderts, sich für die kurdische Freiheit und Autonomie einzusetzen und damit langfristige Partnerschaft und Stabilität zu erreichen.

Zudem fährt die türkische AKP-Regierung auf das Ziel ab, ein neues Großosmanisches sunnitisches Reich zu etablieren – und will daher die Beseitigung Assads mit Hilfe der IS erreichen und auch den Einfluss der kurdischen Parteien wie PKK und PYD – deren Kämpfer gerade die Stadt Kobane verteidigen – zurückdrängen.

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Externes zum Film The Cut:

Beitrag zum Film „The Cut“ von Aspekte – Video auf Facebook

The Cut“ von Fatih Akin ist seit dem 16. Oktober in den Kinos
Der Film „The Cut“, spielt vor dem Hintergrund des Völkermordes an den Armeniern in der Türkei während des Ersten Weltkriegs. Mit dem berührenden Historienepos und Familiendrama hat der Deutsch-Türke Akin ein heißes Eisen angepackt. Noch vor der Weltpremiere erhielt er Todesdrohungen von türkischen Ultranationalisten. In der Türkei wurde der Völkermord jahrzehntelang geleugnet und verschwiegen. Wer Völkermord, dieses brisante Wort, benutzte oder die Verbrechen offen ansprach, musste mit Verfolgung wegen „Beleidigung des Türkentums“ rechnen. „The Cut“ soll im Dezember aber auch in der Türkei anlaufen.
Akins Film, geradezu archaisch einfach erzählt, verliert im zweiten Teil des Films auf der langen Reise des Helden seine Eindringlichkeit. „The Cut“ ist leider nicht sein bester Film… aber ein mutiger.


Video AGHET Völkermord an den Armeniern Dokumentation von 3sat auf Youtube

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