Deutsche Demografische Republik – Endzeit in Echtzeit

von Jürgen Stark*

„Mittlerweile haben wir es mit einer strategischen Desinformation der Bevölkerung durch die Politik zu tun. Früher sah man in der demografischen Entwicklung ein großes Problem, jetzt sehen die Politiker darin nur noch ‚Chancen’. Das ist völlig grotesk und widerspricht jeder Vernunft. Wenn die Regierung von einer ‚demografiefesten’ Gesellschaft redet, könnte sie auch von einer mathematikfesten Gesellschaft reden. Als die damalige Forschungsministerin Annette Schavan 2013 das Wissenschaftsjahr der ‚demografischen Chance’ ausrief, gab es ein riesiges Transparent ‚Die demografische Chance’ an einem Bauzaun am Berliner Hauptbahnhof. Das erinnerte mich an die riesigen roten Spruchbänder in der DDR: ‚Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen.’“

„Die demografische Uhr tickt unbarmherzig – Interview mit Herwig Birg“*1, Wirtschaftswoche, 05. März 2015

Der heutige „Gebär- und Zeugungsstreik“, wie etliche Medien und Kommentatoren dieses Phänomen inzwischen bereits nennen, hat überschaubare Ursachen. Der ursächliche Hauptgrund besteht klipp und klar in fragwürdigen und eher negativen Einstellungen in der Gesellschaft gegenüber KINDERN! Ebenso sind Familie, Nachwuchs, Kindheit und Jugend negativ belegt – was sich in diesem Land überall beobachten lässt. Es lohnt sich also, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass Familien und Kinder für den Bestand eines Landes konstitutiv sind, also im wahren Sinne des Wortes lebensnotwendig.

Wer das, bei aller Individualität und Freizügigkeit, vergisst, der sollte mit Blick auf Gemeinsinn und Gemeinwohl über seine Positionen nachdenken, denn nur die Gemeinschaft mit Alten und Jungen macht eine Gesellschaft lebensfähig und vor allem auch liebenswürdig – wir sprechen also über wahren und nicht ideologisierten Humanismus. Kinder sind eine Gemeinschaftsaufgabe, jedes Volk braucht Kinder zum überleben. Kinder sind Aufforderung zum Behüten, Zuwenden, Verstehen und Liebe geben, sie stehen für die Erwachsene nach der eigenen Geburt die Verbindung zum Leben über den Tod hinaus her. Sie sind also auch ein Stück Magie in einer rationalen und oft kalten Welt des Überlebenskampfes. Sie sind also mehr als ein Selbstzweck, sie sind ein Stück Natur.

Dennoch aber konnten sich die von 1968 inspirierten Nachkriegsdeutschen niemals mehr von Adolf Hitlers Fixierung auf Kinder als Kanonenfutter erholen. Da Hitler die Familie als „Keimzelle des Staates“ lobte, ist noch im 21. Jahrhundert nur ein kinderloser Antifaschist ein guter Antifaschist. Aber: Die Familie als Basis des Staates war niemals eine Erfindung der Nazis, sie ist ein uraltes Menschheitsmodell für das Leben und Überleben in der Gemeinschaft – unabhängig von Staats- und Regierungsformen. Es wäre also besser, die Familien und die Kinder aus allen ideologisch geführten Debatten heraus zu halten. Es wäre vor allem aber noch besser, mal darüber nachzudenken, was hierzulande eigentlich grundsätzlich falsch läuft, wenn akute Kinderfeindlichkeit offenbar über Jahrzehnte bei Land und Leuten fast schon systematisch zum Alltag gehört.

„Ich kann auch Beispiele von Kinderfeindlichkeit nennen: Als meine Frau ihr drittes Kind bekam, wurde Sie von ihrem Arbeitgeber, dem Leiter eines bekannten Restaurants in Osnabrück, als ‚asozial’ beschimpft. Und er bekräftigte mehrmals, eine Frau mit drei Kindern sei asozial. Ich selbst, schwerbehindert, bin oft der Einzige, der einer Frau mit einem Kinderwagen die Treppen der Berliner U-Bahn hinunter hilft. Dann, bei einem Restaurantbesuch mit unseren drei Kindern, inzwischen 12, 10 und 8 Jahre alt, sagte ein junger Mann am Nebentisch laut zu seiner Begleiterin: ‚Die bringen sogar ihre Kinder mit ins Restaurant!’”

Bernd Hafenberg, Leser-Kommentar in Focus, 12. September 2014

Wenn sich Deutschland inzwischen so derart kinderfeindlich geriert, dann wird dieses durch kaum reflektierte politisch-ökonomische Ursachen in historischem Kontext bedingt. Nach zwei totalitären Gleichmach-Diktaturen auf deutschem Boden ist dem Homo Germanicus Sinn und Verstand für ein selbst bestimmtes, eigenverantwortliches und auf weitgehender freiheitlicher Privatheit basierendes Bürgerleben abhanden gekommen. Der Staat soll alles richten, die Verwaltung ist die Mama, der Arbeitgeber der Papa, die Familie aber kaum noch ein echter Sinnzusammenhang, nicht mehr das Basiscamp, von dem aus wir operieren, etwas aufbauen und gestalten. Familienbetriebe? Familientraditionen? Gewachsener Zusammenhalt mit Enkeln und Großeltern, die Verwandtschaft als das soziale Netz?

All das wurde nach den vollkommen missglückten NSDAP- und DDR-Menschenversuchslaboratorien nicht etwa wieder oder neu entdeckt. Nein! Die verordnete Unselbständigkeit, mitsamt der künstlichen Wichtigkeit enger staatlicher Regularien, wurde scheinbar für die Ewigkeit festgeschrieben und sogar noch durch christsozialistische, neosozialistische, ökosozialistische und postsozialistische Denkfiguren weiter entwickelt. Politische und kirchliche Institutionen gerieren sich dabei allzu oft als Verharmloser der Kinderfeindlichkeit, als Aktivposten gegen die behütete Kindheit im elterlichen Heim und als Lügner und Heuchler, wenn es denn um wirklich sinnstiftende Erörterungen zum Thema geht. Kinderfeindlichkeit ist Teil eines sozialpolitischen Vollprogramms, welches die staatliche Vormundschaft, die Totalpädagogik, gnadenlos in Gesetze, Regeln und vor geformte Meinungsbilder fasst – gemeint sind aber eigentlich nie die Kinder, sondern deren Erzeuger, denen man via beruflicher Eigenständigkeit und staatlichen Wohfühlprogrammen vergiftete Geschenke überreicht. Ergänzt wird dieses durch einen säkularen Hedonismus der Postmoderne, der sich die individuelle Selbstverwirklichung auf die Fahne geschrieben hat – und dabei dem Staat den Vortritt lässt um Gemeinschaft noch irgendwie zu organisieren – doch möglichst, bitte, weitgehend störungsfrei.

Die Rückkehr ins Rudel, in den Pöbel, in eine unreflektierte Form des Untertanenseins ist die dramatische Folge. Im Ergebnis glotzen glückliche Steuersklaven im Billig- und Niedriglohnland Deutschland blöd aus der Wäsche, arbeiten in Teilzeit, arbeiten zu zweit für vier (!) Personen um in etwa das Geld von den Jobs zu erhalten, mit denen vor Einführung des EURO ein Facharbeiter noch locker fünf (!) Personen ernähren konnte. Die Staatsgrünen, die im Bundestag als jene Partei auffallen, die am wenigsten Parlamentarier mit Kindern aufbietet, dafür aber fast ausschließlich aus Menschen mit öffentlich-rechtlichem Verwaltungshintergrund besteht, ist Großmeister beim Anbieten giftgrüner Geschenke.

„WEG MIT DEN ELTERN: GRÜNER Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung und Bildung ab dem 1. Lebensjahr

Wir Grünen im Bundestag wollen, dass Kinder gesund aufwachsen und gut versorgt sind. Dazu gehört eine intakte Umwelt ebenso wie gesunde Ernährung. Kinder haben ein Recht aufeine Erziehung und Bildung, die sie zu eigenständigem Handeln befähigt. Kinder sollen in der Welt der Erwachsenen nicht nur dabei sein, sondern sie sollen ihr Lebensumfeld mitgestalten können– dafür setzen wir uns ein. Sie sollen selbst mitmischen, nicht nur Entscheidungen und Versäumnisse anderer ausbaden.

Wir begreifen Kinder als Subjekte mit eigenständigen Rechten. Kinderrechte zu realisieren ist für uns die Grundaufgabe einer Politik, die sich am Kindeswohl orientiert. Wir wollen dafür ein klares Signal setzen und Kinderrechte in der Verfassung stärken. Alle Kinder sollen gerechte Startchancen bekommen, das ist eine zentrale Voraussetzung, um Bildungsarmut zu verhindern. Deshalb wollen wir Grünen im Bundestag Kinder möglichst früh fördern und deutlich mehr für gute Kindertagestätten, Jugendhilfeangebote oder Schulen investieren. Um der Ausgrenzung von Kindern wirksam zu begegnen, wollen wir die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen im Ganztagesbetrieb vorantreiben. Sie sollen der Schule einen neuen Rhythmus geben, Unterricht neu strukturieren und ganzheitliches Lernen ermöglichen. Frühkindliche Bildung ist immer noch keine Selbstverständlichkeit. Dabei profitieren alle Kinder und Eltern von guten Kitas. Wir wollen deshalb einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung und Bildung ab dem 1. Lebensjahr.“

Bündnis 90 Die Grünen Bundestagsfraktion, www.gruene-bundestag.de

Her mit den Kindern, ihr blöden Eltern, ihr profitiert doch am Ende von der totalen Verstaatlichung der Elternhäuser! Nur in der KinderTAGESstätte und der GANZTAGSschule kann aus euren Kindern etwas werden, aber NIEMALS IM ELTERNHAUS! Margot Honecker dürfte jubilieren, ganz Deutschland ist Staatspartei, alles kommt in den Hort und dann in den Staatsdienst, alles ist Staat, alles wird gut. Unter Anführung der kinderlosen Akademikerin Merkel wird das herz- und kinderlose Deutschland so nun auch noch zur Herberge für Massenflüchtlinge und muslimische Großfamilien, inklusive Vielweiberei mit staatlicher Stütze. Die Deutschen schwinden, andere Ethnien und Völker können das Land übernehmen, oder … ?!Couple giving two young children piggyback rides smiling

„In islamischen Gesellschaften werden Mädchen früh auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter hin erzogen. Sie übernehmen in aller Regel schon in jungen Jahren Haushaltspflichten und sind meist bereits vor der Pubertät in der Lage, die Mutter in allen Aufgaben des Haushalts zu vertreten. Dies hängt auch damit zusammen, dass Mädchen mit Eintritt der Pubertät prinzipiell als heiratsfähig gelten, auch wenn die meisten Ehen nicht so früh geschlossen werden. Auch die Fürsorge für jüngere Geschwister als Vorbereitung auf die spätere Mutterrolle gehört für Mädchen zum Aufgabenfeld, das im traditionellen, aber vor allem im ländlichen Bereich meist als selbstverständlicher betrachtet wird als der höhere Schulbesuch.

In traditionellen Gesellschaften wird die Aufgabenteilung und Geschlechtertrennung zwischen Männern und Frauen als Teil der Religion betrachtet, denn sie wird mit dem Koran und dem islamischen Eherecht begründet. Nach diesem Eherecht verpflichtet die Eheschließung den Ehemann dazu, alleine für den Unterhalt seiner Familie aufzukommen. Er vertritt die Familie nach außen, trifft aber auch die anstehenden Entscheidungen über Wohnort, Schulbesuch, Eheschließung oder Berufsausbildung, während der Ehefrau die Fürsorge für die Kinder und die Führung des Haushalts zufallen.“

Arbeitskreis Islam der Evangelischen Allianz

Angela Merkel veranstaltete auch mit großer Regierungsgala so genannte „Demografiegipfel“ in Berlin. Mit dabei Gäste aus der Verwaltung der Bundesländer, Förderinstitutionen, Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaftler. Doch all den Experten gelang nicht der große Wurf, der Befreiungsschlag. Sprüche wurden geklopft, das demografische Drama in eine „positive Herausforderung“ umgelogen, von einer „Chance“ geschwafelt – um dann wieder tatenlos zuzusehen, wie sich nichts ändert. Die Deutschen kaufen sich nach wie vor lieber einen Zweitwagen und machen einen dritten Jahresurlaub bevor sie überhaupt dran denken, vielleicht jenseits der 30 Lenze, wenn man genug erlebt hat, auch nur ein einziges Kindlein in die deutsche Welt zu setzen.

„Vielleicht sehnt sich dieses Land danach, die als unerträglich schwere Last empfundenen Themen endlich abzuwerfen, nachdem Deutschland im 20. Jahrhundert von einer Katastrophe in die andere stolperte. Auf einem der jährlichen Demografieforen der Bundesregierung sagte mir ein hochrangiger Vertreter der deutschen Wirtschaft hinter vorgehaltener Hand, nachdem er gerade eine regierungsfreundliche Rede über die angeblichen Chancen der demografischen Entwicklung gehalten hatte, es hätte ohnehin keinen Sinn mehr, in Deutschland etwas zu tun. Seine vier Söhne würden alle auswandern. Das ist typisch für das Verhalten vieler politischer Verantwortungsträger. Vermutlich gibt es ein unterschwelliges Einverständnis mit dem demografischen Abwärtstrend, eine Art Sehnsucht nach dem Ende des Weges, der als Sackgasse erkannt wurde.“

„Die demografische Uhr tickt unbarmherzig – Interview mit Herwig Birg“*1, Wirtschaftswoche, 05. März 2015

Die Eliten haben dieses Land längst abgeschrieben, sind auf dem Sprung in ferne Länder, wo man sich in Enklaven mit angehäuftem Reichtum abschottet. Es gilt nur noch ein Gesetz: Nach mir die Sintflut.

„Unter Akademikerinnen ist mittlerweile fast jede dritte Frau kinderlos. Und besonders in den Großstädten wie Hamburg oder München gibt es Zonen, die weitgehend kinderfrei sind. Kein Wunder, dass die Gesellschaft partiell kinderentwöhnt ist. Da wird Babygeschrei ebenso wie das Gebolze von Jugendlichen als Zumutung empfunden. Reportagen aus dem Fernsehen über schwererziehbare Gören schüren Vorurteile über die heutige Jugend.“

Die Welt, „Deutschlands Gesellschaft wird kinderfeindlich“, 07.11.2013

Die Gleichgültigkeit gegenüber der sozialen Verwahrlosung in vielen Städten des Landes, die Machtübernahme in der deutschen Unterwelt durch türkische und arabische Clans, die nicht geklärte Rolle des Islams in der zukünftigen deutschen Gesellschaft, das Selbstverständnis der Deutschen inmitten weltlicher Kreisen und kriselndem Europa – neben vielen weiteren unbehandelten Themen wird daran erkennbar, das es gar nicht mehr um eine wirkliche Zukunftsfähigkeit des Landes geht. Sonst wäre der Aufschrei groß und die Empörung über den demografischen Abwärtswandel riesig. Da aber die oberste Leitung des Landes, weitgehend kinderlos, verkündet, dass es uns doch sooooo gut geht, bedeutet dieses im Umkehrschluss: Deutschland wird nur noch abgewickelt, überführt, transformiert, irgendwas bleibt übrig, egal was, wenn es dann ganz schlimm kommt, hauen die dafür Mitverantwortlichen schnell mit der angehäuften und vom Steuerzahler abgezockten Kohle ab ins Ausland. Parlamentarische Paradiesvögel wie der Ex-Hamburger Ronald Schill zeigen in TV-Soaps schon mal wie süss das Leben am Zuckerhut in Rio de Janeiro auf Steuerzahlers Kosten sein kann. Ob Sebastian Edathy, aktiver Nutznießer der deutschen Kinderfeindlichkeit, demnächst Nachbar von Ex-Politiker Schill wird, steht noch nicht fest, wundern dürfte sich niemand. Ab 2050 werden die ersten großen Nachrufe auf das verschwundene Volk der Deutschen erwartet, sie erscheinen dann in großen eurabischen Verlagshäusern …

*1 Herwig Birg war 1981-2004 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld. Sein aktuelles Buch: Die alternde Republik und das Versagen der Politik. Eine demografische Prognose, LIT 2015.

*Jürgen Stark ist Journalist und Herausgeber des Blogs Journalistenwatch

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/herwig-birg-die-demografische-uhr-tickt-unbarmherzig/11451966.html

http://www.ead.de/arbeitskreise/islam/arbeitshilfen/kindererziehung-in-muslimischen-familien.html

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article121658492/Deutschlands-Gesellschaft-wird-kinderfeindlich.html

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