Griechenland steht vor dem Abstieg aus der und dem Lizenzentzug für die Euroliga

Der IWF verlässt Brüssel aus „Frust über die Griechen“.

von Freddy Kühne

Eine Einigung zwischen dem IWF (Internationaler WährungsFonds) und der links-rechtsradikalen griechischen Regierung und den Gläubigern rückt in immer weitere Fernen. IWF Logo – gemeinfrei

Die Spieltheoretiker Varoufakis und Tsipras fahren seit 6 Monaten einen Verwirrungskurs mit dem IWF, der Europäischen Union und den anderen Verhandlungspartnern: absichtlich werden einmal getroffene Absprachen verworfen, abgeschwächt oder neue Reformvorschläge (die in Wahrheit abgemilderte alte sind) verspätet vorgelegt, um den Gläubigern – darunter  die nationalen Parlamente der anderen Eurostaaten also auch der Bundestag – keine Zeit mehr zur Prüfung und Ablehnung dieser Vorschläge zu gestatten. Mit dieser Taktik wird der psychologische Moment und die mögliche Last eines Scheiterns bewusst auf die Gläubigerstaaten gelegt und als Druckmittel benutzt

, um mit den hanebüchenen aberwitzigen angebotenen ineffizienten Reförmchen wieder einmal mehr oder weniger ungeschoren davon zu kommen.

Ein Staat, der keine funktionierende Steuerverwaltung und über keine Steuermoral in der Bevölkerung verfügt, der keine Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen zustande bringt, der trotz hoher Sonnenintensität keine Solarkraftwerke baut, der reiche Reeder von der Steuer komplett verschont, der aber zugleich eine Beschäftigtenquote im öffentlichen Dienst von 20 Prozent oder höher aufweist, kann auf Dauer nicht in der ersten und auch nicht in der zweiten Europa League mitspielen.

Ein Sportverein, der so wirtschaftet, wird im übrigen entweder sportlich absteigen oder verliert ggf. seine Lizenz. Niemand käme auf die Idee, einen solchen Verein verkrampft mittels Milliardenspritzen am Leben oder in der ersten Liga zu halten.

Und was im Sport wirtschaftlich geboten ist, gilt ebenso für Unternehmen und Staaten.

Derzeit sollte Griechenland daher zum Abstieg und Ausstieg aus der Euroliga angeraten werden: dies ist sowohl im Interesse Griechenlands, als auch der Euroliga.

Griechenland kann ausserhalb der Euroliga mit Hilfe eines Insolvenzplans und Schuldenerlassen und einer eigenen abgewerteten Parallel-Währung zielstrebiger und zugleich erfolgreicher aber auch sanfter reformiert und saniert werden.

Ein späterer Wiederaufstieg in die Euroliga wäre nicht ausgeschlossen.

Für die Euroliga selbst bedeutete ein Abstieg Griechenlands keine Gefahr, sondern eine Entlastung. Zudem würde die fiskalische Glaubwürdigkeit und der ordnungspolitische Rahmen wieder gestärkt. Regeln sind nicht dazu da, um dauerhaft gebrochen zu werden. Auch dieser Grundsatz muss irgendwann einmal – je eher desto besser – wieder Gültigkeit erlangen.

 

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