von Sascha Vetterle 

Was die Ehe ausmacht, ist nicht einfach, dass da 2 Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Das mag wertvoll sein. Das geschieht aber in vielfältiger Weise, auch zwischen Verwandten, Freunden, Mitbewohnern. Entsprechend hat ja Christian Lindner schon vor einiger Zeit gefordert, ein zur eingetragenen Lebenspartnerschaft analoges Rechtsinstitut für Freundschaften einzuführen. Das, was die Ehe einzigartig macht und weshalb das Grundgesetz sie – zurecht – unter den besonderen Schutz des Staates stellt, ist, dass sie offen ist für die Weitergabe von Leben. Die Sexualität eines Menschen geht, solange er sie nicht auf Kosten anderer auslebt, die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber nichts an. Das besondere Interesse des Gesetzgebers an der Verbindung zwischen Mann und Frau, die wir Ehe nennen, ergibt sich einzig und allein daraus, das aus ihr Kinder hervorgehen können, neue Menschen, neue Bürger und, ja auch, neue Steuerzahler.

Homosexuelle Beziehungen sind dies nicht und können es nicht sein.

Homosexuelle Beziehungen benötigen immer eine dritte Person als Samenspender, Eizellenspender oder Leihmutter (in Deutschland noch verboten), um neues Leben hervorzubringen. In sich selbst sind sie unfruchtbar (die Beziehung, nicht die einzelnen Teile der Beziehung). Das ist der fundamentale Unterschied zwischen homosexuellen Beziehungen und der Ehe. Dieser Unterschied wird vom Gesetzgeber geleugnet. Der Gesetzgeber kann diesen Unterschied leugnen, solange er will. Er wird nicht verschwinden. Das einzige, was er erreichen kann (und will), ist ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung, sodass die Bevölkerung die Lüge glaubt. Aber auch wenn die Mehrheit, oder auch alle, eine Lüge glauben, bleibt sie dennoch eine Lüge. Und die Wahrheit hat den längeren Atem.

Der Gesetzgeber könnte auch Folgendes machen: Frauen wurden in der Geschichte Opfer von Diskriminierung. Deshalb ist der Begriff „Frau“ stigmatisierend, da bei seiner Verwendung explizit oder implizit immer die Diskriminierungsgeschichte mitschwingt. Aus diesem Grund beschließt der Gesetzgeber im Sinne der Antidiskriminierung und der Gleichbehandlung, dass alle Menschen als Männer zu bezeichnen sind. Der Begriff „Frau“ wird gestrichen. Und auch, wenn die Gesellschaft dann glauben würde, dass alle Menschen Männer sind, so würde sich an den biologischen Gegebenheiten doch nichts ändern. Der Gesetzgeber würde schlicht die Wahrheit leugnen und eine Lüge zum Gesetz machen.

Die Lüge des Gesetzgebers fällt in unserer Gesellschaft auf fruchtbaren Boden, da wir uns durch künstliche Befruchtung und künstliche Empfängnisverhütung längst daran gewöhnt haben, Sexualität und Fortpflanzung voneinander abzukoppeln. Dank künstlicher Empfängnisverhütung kann man Sex haben, ohne dass die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht. Umgekehrt braucht man dank künstlicher Befruchtung kein Sex mehr, um ein Kind zu produzieren (es ist ja ein rein technischer Vorgang). Die Entkoppelung von Sexualität und Fortpflanzung hat zur Folge, dass die Ehe ihren besonderen Wert in den Augen der Öffentlichkeit verliert, schließlich gibt es dank künstlicher Empfängnisverhütung heute auch viele gewollt kinderlose Ehepaare und gleichzeitig können auch Alleinstehende dank künstlicher Befruchtung ganz ohne Partner (ein männlicher Same wird dennoch benötigt) ein Kind bekommen. Homosexualität erscheint hier nur als eine weitere normale Spielart des Zusammenlebens unter anderen.

Dennoch gehören Sexualität und Fortpflanzung zusammen, denn wo sie voneinander entkoppelt werden, werden sie beide pervertiert. Fortpflanzung ohne Sexualität ist ein rein technischer Vorgang. Der Mensch wird in einem technischen Prozess produziert, wird ein Produkt. Aber ein Produkt kann man kaufen, verkaufen und bei Nichtgefallen zurückgeben oder umtauschen. Dass man Kinder auf diese Weise kaufen kann, ist heute bereits Realität. Der Preis für eine künstliche Befruchtung liegt mit ca. 2.500 Euro in der Höhe eines älteren Gebrauchtwagens. Wohin die Entwicklung geht, lässt sich erahnen.

Sexualität ohne Fortpflanzung ist unfruchtbar, ist tot. Eigentlich ist die Lust, der Genuss, die Leidenschaft in der Sexualität der äußere Ausdruck des Geheimnisvollen, das im Inneren vonstattengeht, wenn durch die Vereinigung zweier Mensch ein ganz neuer Mensch entsteht. In der Lust der Liebenden drückt die Natur, die Schöpfung die Freude darüber bzw. die Hoffnung darauf aus, dass ein neues Leben entsteht. Wo dies durch technische oder aus anderen Gründen gar nicht möglich ist, hat die Freude, die Lust ihren eigentlichen Grund verloren. Sie ist eine äußere Hülle. Im Inneren ist sie tot, denn sie verpufft nach wenigen Augenblicken folgenlos. Diese ganze Sexualität ist folgenlos und das wird gefeiert als frei. Und sie ist frei. Frei von Verantwortung. Im einen Moment kann man Sex miteinander haben und im nächsten Moment kann man sich wieder trennen. Was für einen emotionalen Scherbenhaufen man damit beim anderen hinterlässt, kann einen kümmern, muss es aber nicht. Wenn man es klug anstellt, muss man sich ja sogar nicht einmal wieder sehen. Das ist ein Extrembeispiel. Aber im Kern hat künstliche Verhütung die Wirkung, keine Verantwortung für ein gemeinsames Kind zu übernehmen und damit keine Bindung mit dem anderen einzugehen. Wenn man zusammen ein Haus kauft, das kann man wieder verkaufen. Heiratet man, kann man sich scheiden lassen. Eltern bleibt man ein Leben lang, ob man es will oder nicht, egal wie sehr man sich dem auch zu entziehen versucht. Und man ist gemeinsam Eltern.

Die Ehe ist die Entscheidung, gemeinsam Sexualität zu leben und dies in einer verbindlichen, verantwortlichen Weise, wobei die besondere Verbindlichkeit und Verantwortlichkeit darin besteht, dass man gemeinsam verantwortlich für die aus dieser Beziehung hervorgehenden Kinder ist.

Die Ehe für alle ist aber nicht nur eine Lüge, sondern ebenso unterlassene Hilfeleistung. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass Homosexualität eine narzisstische Störung ist. In der gesunden Sexualität wirkt das Andere anziehend. In der Zoophilie wirkt das Fremde anziehend, in der Homosexualität wirkt das Eigene anziehend.

Beides sind Extreme, die aus guten Gründen vermieden werden sollten. In beiden Fällen fehlt die Kompatibilität. Im ersten Fall, weil der Unterschied zu groß ist, im zweiten Fall, weil die Ähnlichkeit zu groß ist. Beides hat zur Folge, dass daraus kein neues Leben hervorgehen kann. Eine Anziehung zum Eigenen wird auf vielen Ebenen als krankhaft wahrgenommen. Am stärksten ist das noch sichtbar beim (derzeit noch) bestehenden Inzesttabu. Auf kollektiver Ebene sind es ironischerweise gerade die Befürworter der sog. „Ehe für alle“, die jede Form der Anziehung zum Eigenen, auf dieser Ebene Patriotismus genannt, für unterentwickelt, lächerlich, abstoßend oder auch gefährlich halten. Und auch wenn man gegen letzteres durchaus einwenden mag, dass ein gewisses Maß an Eigenliebe doch gesund sei, so ist doch ebenso zutreffend, dass ein zu starkes Desinteresse gegenüber anderen Kulturen auch auf kollektiver Ebene doch wieder krank- und schadhaft wäre.

Wenn in irgendeiner Form, und sei es auf der sexuellen Ebene, im Anderen nicht das Andere, sondern das Eigene gesucht wird, dann ist das ein Hinweis darauf, dass man bei sich selbst ein Defizit hat. Das Defizit mag unterschiedliche Ursachen haben. Die Frage nach den Ursachen ist auch zweitrangig. Entscheidend ist, dass man die Lösung für die eigenen Probleme nicht bei anderen, sondern nur bei sich selbst findet. Wer das eigene Defizit bei anderen ausgleichen will, begibt sich damit lediglich in Abhängigkeitsbeziehungen, die ihn unfrei machen und unglücklich halten. Diese destruktive Form der Problembewältigung noch zu fördern, ist genau das, was der Gesetzgeber seit Jahren durch seine Politik in Bezug auf Homosexuelle tut. Dass sich Homosexuelle subjektiv als glücklich einstufen, falls dies der Fall ist, will im Übrigen nichts heißen. Die meisten Alkoholiker werden wohl auch nicht zugeben, dass sie ein Problem haben – und das vielleicht sogar ernst meinen, weil sie sich selbst die Lüge glauben.

Dass Homosexualität auch in der Tierwelt vorkommt, ist kein Einwand dagegen, dass es sich dabei um eine psychische Störung handelt. Der Mensch hat gegenüber anderen Lebewesen kein Privileg auf psychische Störungen. Sofern Homosexualität biologisch bzw. neuronal nachweisbar wäre, was meines Wissens nicht der Fall ist, würde dies auch nicht meiner Überzeugung widersprechen. Auch psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen lassen sich im Gehirn nachweisen und werden medikamentös behandelt (also als körperliche, nicht-psychische Erkrankung). Die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche lässt hier gar keine klare Abgrenzung zu.

Der heutige gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität ist vergleichbar mit folgender Argumentation: Depressive sind nur deshalb unglücklich, weil sie von der Gesellschaft als krank definiert werden. Die Gesellschaft muss Depressive ermutigen, ihre Depression als etwas Wertvolles anzunehmen und gleichzeitig muss verboten werden, dass Depressive in irgendeiner Form anders behandelt werden als Nicht-Depressive. Denn das wäre diskriminierend. Wenn das erfolgt ist, sind alle Depressiven glücklich. Noch klarer: Krebskranke sind nur deshalb krank, weil die Gesellschaft sie als krank definiert. Sie müssen dagegen lernen, ihren Krebs als Teil von sich selbst zu akzeptieren. Sobald ihnen das gelungen ist, sind alle ihre Probleme in Bezug auf den Tumor vorbei, es sei denn die Gesellschaft würde sie noch aufgrund des Tumors diskriminieren. Zurecht würde eine solche Argumentation nicht nur als grausam, sondern auch als wahnsinnig verurteilt.

Um den Rundumschlag abzuschließen: Die ganze Thematik berührt auch das sog. Adoptionsrecht für Homosexuelle. Hier steht die Überzeugung im Hintergrund, dass Mann und Frau nicht nur gleichberechtigt, sondern wirklich gleich sind. Geschlechtliche Unterschiede gibt es eigentlich gar nicht, jenseits der reinen Biologie. Dann ist es auch egal, ob ein Kind nun von einem Mann und einer Frau, zwei Männern oder zwei Frauen aufgezogen wird. Wichtig ist nur, dass die Erziehungsverantwortlichen das Kind lieben.

Nun habe ich schon gesagt, dass Körper und Psyche nicht feinsäuberlich zu trennen sind, etwa in folgendem Sinn: Der Körper ist männlich oder weiblich und die Psyche ist einfach nur menschlich. Körper und Psyche stehen in Wechselwirkung zueinander. Es macht einen Unterschied für die Psyche, ob der Körper nun männlich ist oder weiblich. Männer denken, fühlen und handeln anders als Frauen. Und das heißt auch: sie lieben anders. Männliche Liebe bzw. Vaterliebe spricht ein Kind anders an als weibliche Liebe bzw. Mutterliebe bzw. sie sprechen unterschiedliche Seiten des Kindes an. Jeder, der bei Vater und Mutter aufgewachsen ist, kann sich 2 Fragen stellen: Hat mein Vater mir seine Liebe anders gezeigt als meine Mutter? Und: Hat das wirklich absolut gar nichts damit zu tun, dass er ein Mann ist und sie eine Frau? Es ist tragisch, dass viele Menschen heute sich diese beiden Fragen gar nicht stellen können, weil sie bei Alleinerziehenden aufgewachsen sind. Da ist ganz viel Wissen verloren gegangen. Aber noch mehr: Diesen Menschen fehlt die Erfahrung, wie es ist, von beiden Geschlechtern geliebt zu werden. Natürlich kann da durch spätere Erfahrungen ein bisschen wieder gut gemacht werden. Aber zu keinem Zeitpunkt ist man so prägsam wie in der (frühen) Kindheit und wenn da etwas fehlt, dann wirkt sich das auf lange Sicht aus. Und genau das ist auch das Problem bei dem sog. Adoptionsrecht für Homosexuelle: Abgesehen davon, dass es unverantwortlich ist, ein schutzbedürftiges Kind zwei Menschen mit narzisstischer Störung anzuvertrauen, wird dem Kind dann in jedem Fall entweder die männliche oder aber die weibliche Liebe vorenthalten und das bewusst und im Vorhinein absehbar.

„Das bedeutet eine massive menschliche Verarmung für diese Kinder. Und dies wird noch dadurch verschlimmert, dass sie dabei nicht Opfer eines schlimmen Unglücks sind, sondern einer politisch gewollten Entscheidung.“

Es ist im Übrigen erschreckend, dass solche Selbstverständlichkeiten in unserer Zeit extra erläutert werden müssen.

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Sascha Vetterle
Weiter Lektüre:

Steinbach kritisiert Merkel wegen Homoehe.

Nachfolgend die Videodokumentation über die Kritik von Erika Steinbach an „Merkels Homo-Ehe“. 

Bitte achten Sie genau darauf : Der Bundestagspräsident Lammert „belehrt“ Frau Steinbach es gäbe ja stets nur die gewissensfreie Entscheidung der Abgeordneten – deswegen wäre die Aufregung von Steinbach in Punkto freier Abstimmung über „Ehe für Alle“ absurd. Doch  sogleich am selben Tag wurde dann per Fraktionszwang (! – den es ja wohl lt. Lammert nicht gibt…) dann das Maas`sche Zensurgesetz beschlossen….. Sofortige Selbstdemaskierung des Hohen Hauses … besser geht es nicht.

 

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