von Christoph Seidl

Eine erneuerte Partnerschaft mit Russland – Aus kulturstrategischer Perspektive

 

Russland – Quelle Wikimedia Commons

Die gegenwärtige Eskalation in den Beziehungen Russlands zum Westen wird, sofern nicht effektiv gegengesteuert wird, langfristig fatale Folgen für den Erhalt der abendländischen Kultur haben. Russland ist zu wichtig hinsichtlich der Eindämmung des Islamismus und als geostrategischer Sperrriegel gegen diesen im Kaukasus und in Mittelasien.

Russland muss unverzüglich seine expansionistische Politik in Osteuropa einstellen/revidieren. Die jüngst verabschiedete Militärdoktrin ist ein strategischer Irrtum, der dringend zu korrigieren ist. Der Westen bzw. die NATO muss sich auf ihre Kernrolle als Verteidigungsbündnis refokussieren, ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich erhöhen und eine weitere Expansion in Osteuropa einstellen. Die NATO wird an ihrer derzeitigen Ostgrenze verteidigt, nirgendwo sonst.

Weit mehr noch als unter wirtschaftlichen Aspekten ist die Erneuerung der Partnerschaft mit Russland in kulturstrategischer Hinsicht zwingend erforderlich.
Für Russland ist die Abwehr des Islamismus im Kaukasus und in Mittelasien eine Überlebensfrage, es ist in dieser Hinsicht ein natürlicher Partner Europas und Deutschlands

Dies stellt weder die Westbindung Deutschlands noch die Wertschätzung der USA als verlässlichem Sicherheitspartner infrage. Es ist jedoch zu beobachten, dass die grassierende Islamisierung europäischer Kulturen und Gesellschaften vor allem In Großbritannien, in Frankreich und in Skandinavien weder in Washington noch in London die notwendigen, entschiedenen Reaktionen auslösen. Auch die mögliche Aufnahme einer zunehmend islamistisch geprägten Türkei scheint dort eher billigend in Kauf genommen zu werden. Hier scheinen mir zum einen wirtschaftliche Aspekte und zum anderen die Positionierung der Türkei als NATO-Flanke gegenüber Russland im Vordergrund zu stehen.

Früher pflegte ich zu sagen, dass ich im Falle der EU-Mitgliedschaft der Türkei nach Norwegen auswandern würde. Nie habe ich die Unterwanderung Norwegens und auch Schwedens durch den Islamismus vorausgesehen. So heißt das neue Ziel wahrscheinlich Island.

Es ist an Deutschland, fest verankert im westlichen Bündnis und auf der Basis einer glaubhaft erhöhten militärischen Abschreckung das Getriebe einer wieder belebten Partnerschaft mit Russland zu sein. Die zentralen Ziele dieser Partnerschaft müssen die Bewahrung der gemeinsamen abendländischen Kultur und ihr Schutz vor islamistischem Terror und vor der galoppierenden islamistischen Unterwanderung sein.

Es geht um weit mehr, als um die Krim und die Ostukraine. Es geht um den Fortbestand unserer Kultur, so wie wir sie kennen. Dies könnte weit jenseits aller wirtschaftlichen Interessen das sein, was Europa und Russland in einem gemeinsamen Projekt verbindet.

Für uns als AfD geht es um unsere Einheit. Das „Flügelschlagen“ von „Eurasierern“ und „Transatlantikern“ ist baldmöglichst zu beenden. Persönliche Eitelkeiten haben zurückzustehen. Die Erhaltung unserer abendländischen Kultur ist zu wichtig, als dass wir uns nicht alle schleunigst unter diesem gemeinsamen Banner versammeln sollten.

Als erste konkrete Maßnahme sollten wir uns als AfD für eine Wiederaufnahme des „Petersburger Dialogs“ einsetzen, dies aber unter den oben beschriebenen Aspekten. In diesen sollten neben Russland unsere wichtigsten westlichen Partner sowie unsere Partner in Skandinavien, im Baltikum, in Polen und in Südosteuropa miteingebunden werden.

Will die Bundesregierung dies nicht, so haben wir als AfD sehr wohl die Chance, gemeinsam mit europäischen Freunden eine solche Tagung auf informeller Ebene zu initiieren. Nicht alle werden uns dafür mögen, aber alle wählen uns ohnehin nicht.

Der Friede in Europa und die Erhaltung unserer abendländischen Kultur verdienen jedenfalls derartige Initiativen. Ich werde mich von nun an konsequent dafür einsetzen. Mitstreiter sind mir herzlich willkommen.

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