Deutschland, Finnland und die Niederlande fungieren als Weihnachtsgans für Europa

die wahre Geschichte von der Handelsbilanz und Weihnachtsgans

von Freddy Kühne

Deutschland – europäische Weihnachtsgans

Aktuell plant unser Finanzminister Schäuble (CDU) mit der EU-Kommission die Einführung einer Eurosteuer. Diese Idee ist nicht neu – zeigt aber, welch Geistes Kind Herr Schäuble und die CDU ist: auch die CDU ist auf dem Weg, den deutschen Nationalstaat in einem zentralisierten Europa aufgehen zu lassen.

Schäuble hat zwar bei den letzten Griechenlandverhandlungen den harten unnachgiebigen Finanzminister gemimt. Das war aber nur temporär und vor allem ein Signal an die Innenpolitik: damit wollte Schäuble den Eurorettungsgegnern den Wind aus den Segeln nehmen.

Schäuble will einen zentralen Bundesstaat Europa inklusive dauerhaften Transferleistungen

In Wahrheit will Schäuble den europäischen Super-Bundes-Zentralstaat: Schäuble will die Souveränität Deutschlands damit langsam und schleichend aushöhlen – Schritt für Schritt.

Zunächst sprach er sich für die Einführung des Euros aus. Dann für die Bankenunion. Als nächstes wird Schäuble die Eurosteuer vorschlagen und einführen. Danach könnten eine europäische Arbeitslosenversicherung kommen.

Sagen wir es ganz klar: wir wurden schon bei der Euroeinführung von Schäuble und den Eliten der CDU hinter die Fichte geführt.

Damals hiess es noch, es solle nur eine Wirtschafts- und Währungsunion sein. Eine Transferunion werde es nicht geben.

Wir wurden belogen. Und erst jetzt wachen wir auf. Ich selbst bin bereits 2010 aufgewacht, haderte bereits damals mit den ESM und EFSF Papieren und Institutionen. Deswegen trat ich 2013 aus der CDU aus und in die AfD ein. 

Doch Schäuble wird seinen Supra-EU-Staat weiter vorantreiben, allen temporären Finten und Leugnungen zum Trotz. Und niemand in der CDU oder CSU schreitet dagegen ernsthaft ein.

Schon in den Jahren 1991 bis 2011 zahlte Deutschland das Doppelte des eigentlich vertraglich festgesetzten Vertrags in die EU ein. Dies hat der emeritierte Heidelberger VWL-Professor Franz-Ulrich Willeke berechnet. Eigentlich sollte Deutschland demnach 10 Milliarden Euro pro Jahr, also 20 Prozent des EU-Budget bezahlen. Tatsächlich zahlte Deutschland aber im oben genannten Zeitraum inflationsbereinigt 250 Milliarden Euro – das waren 45 Prozent des EU-Haushalts.

Hinzu kommen die Eurorettungspakete, die Eurorettungsfonds, die offenen Forderungen der Bundesbank in den Targetsalden gegenüber der Europäischen Zentralbank.

Und oben drauf will Herr Schäuble nun auch noch eine weitere Eurosteuer packen, die gemäß dem Vorschlag des Weltwirtschaftsforschungsinstituts 10 Prozent des jeweiligen zu versteuernden Einkommens betragen solle. Die europäische Arbeitslosenversicherung kostete dann zusätzlich weitere 2 Prozent.

Die jetzige Beliebtheit des Finanzministers in Deutschland beruht daher auf einem grundsätzlichen Mißverständnis der Deutschen:

Sie – also die Deutschen – schließen von der einmaligen harten Haltung beim dritten Hilfspaket auf eine generelle Haltung des Finanzministers – was aber ein fataler Irrtum ist und sich als solcher herausstellen wird.

Insgesamt wäre der Transferbetrag Deutschlands an die Eurozone und die Europäische Union dann mindestens vierfach so hoch, wie der bisher offiziell genannte. Offiziell überweist die Bundesrepublik bisher 10 bis 12 Mrd. Euro pro Jahr in den offiziellen EU-Haushalt (ohne die Kosten der Eurorettungen). Inklusive der neuen Wohltaten wären die Kosten für den deutschen Bürger dann ca. 45 bis 55 Mrd pro Jahr ! 

Bedenken wir: die Handelsbilanzüberschüsse belaufen sich derzeit bei ca. 200 Milliarden Euro pro Jahr für Deutschland. Wir würden – ohne Berücksichtigung der Eurorettungspakete – ca. 25 bis 30 Prozent unserer Handelsbilanzüberschüsse in die EU zahlen. 

Quelle: 

http://www.wiwo.de/politik/europa/transferunion-deutschland-zahlt-immer-mehr-geld-fuer-europa/7858660.html

Schizophren: Schäuble ist generös zu Europa und zugeknöpft für die eigenen finanziellen Bedürfnisse

Und hinter diesem Geld steckt zum größten Teil harte körperliche und geistige Arbeit, Produktion. Der geringste Teil davon ist reiner Kapitalgewinn: wir sollen also mit unserer Hände Arbeit die Eurozone und Europa finanziell am Leben halten.

Ganz offen gesagt: ich habe keine Motivation und Lust dauerhaft für leistungsschwächere oder leistungsunwilligere Menschen oder korrupte reformunfähige Systeme zu arbeiten, während ich meine sechsköpfige Familie in Deutschland knapp über dem Existenzminimum halten kann als Alleinverdiener.

Zusätzlich zu dem ganzen innerdeutschen Sozialtransfer (50 Prozent des Haushalts der NRW Kommunen gehen für Soziales drauf, davon bekommt meine 6 köpfige Familie keinen Cent) sollen wir also auch noch knapp 50 Prozent Europas bezahlen.

Gleichzeitig gilt Schäuble als zugeknöpft und geizig, wenn es um die Unterstützung der Kinder und Familien in Deutschland geht: die Erhöhung des Kindergelds hat er persönlich auf 10 Euro gedeckelt. Das nenne ich zynisch und verärgert kinderfeindlich, erbärmlich und abartig.

Für Europa ist Schäuble bereit, die Schatullen zu öffnen. Für die finanziell darbenden kinderreichen Familien, für die darbenden und beinah-bankrotten Kommunen in NRW spielt er den Geizkragen und finanziellen Zuchtmeister.

Obendrauf auf diese Zahlen kommt die sogenannte Euro- und Bankenrettung: für die 700 Milliarden im ESM Fonds haftet Deutschland mindestens mit 27 Prozent, also mit 200 Mrd. Euro, ggf. noch mehr, wenn andere Eurostaaten in Insolvenz gehen.  Im EFSF Fonds stecken 440 Mrd. Euro, davon trägt Deutschland ca. 110 Milliarden. Zusammen sind das mindestens 330 Milliarden für die Eurorettungsfonds. 

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-21764/schuldenkrise-wie-viel-muss-deutschland-zahlen_aid_611735.html

 

Die Kosten für Bankenrettungen schätzt der Münchener Finanzprofessor Christoph Kaserer auf 34 bis 52 Milliarden Euro. 

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kosten-der-bankenrettung-34-bis-52-milliarden-euro-vom-steuerzahler/8696364.html

 

Risiko für Insolvenzen und Misswirtschaft wird vom Süden in den Norden Europas verlagert – bisher ganz legal

Innerhalb des sogenannten Target-2-Salden-Systems, bei dem die Kapitalströme innerhalb der Eurozone zwischen den Nationalbanken der Länder über die EZB erfasst und bilanziert werden, hat die Deutsche Bundesbank zeitweise Forderungen gegenüber den anderen Ländern von bis zu 750 Milliarden Euro gesammelt. Für diese Forderungen innerhalb des Eurosystems gibt es aber keinerlei Sicherheiten (in Form von realen Werten wie Immobilien, Wertpapieren, Staatsanleihen oder gar Edelmetallen). Sprich: wenn Staaten und ihre nationalen Notenbanken in die Insolvenz gehen (wie jetzt in Griechenland möglich), würden die Forderungen gegenüber Griechenland wie ein Scheck platzen – und dann dem deutschen Steuerzahler in Rechnung gestellt.

Quelle: http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/target-saldo-bundesbank-auf-tauchstation/11338770.html

Als es noch nationale Währungen gab, wurde dieser Verlust durch Währungsabwertungen abgeglichen: so verlor also die Währung des insolventen Landes an Wert. Dieses Risiko wird momentan aber auf die stabilsten Euroländer und deren Steuerzahler , zumeist Finnland, Deutschland, Niederlande und Luxembourg abgewälzt: denn die Investoren der sogenannten Problemländer wie Griechenland transferieren vor der Insolvenz ihre Gelder einfach über das Target-2-System auf Bankkonten deutscher oder niederländischer oder finnischer Banken. 

So wird innerhalb der Eurozone praktisch das gesamte Risiko der Misswirtschaft der Politik südlicher Euroländer (aus deren Sicht bequem) in die stabilen und solide wirtschaftenden Nordländer verschoben.

Deutscher Michel ist immer noch nicht aufgewacht

Als Deutscher sollte man sich inzwischen langsam darüber klar werden, dass Deutschland hier als Weihnachtsgans systematisch ausgenommen wird. Nur ein Problem gibt es aus deutscher Sicht dabei: während es die Weihnachtsgans nur zu Weihnachten gibt, wird der deutsche Steuerzahler jeden Werktag wie eine Weihnachtsgans ausgenommen und  zur Kasse gebeten: für die Steuerzahler der schlecht wirtschaftenden Südländer.  Diese können sich mit dem jetzigen System natürlich wunderbar einverstanden erklären.

 

Doch noch ist der deutsche Michel nicht aufgewacht, da die große Koalition aus CDU,CSU und SPD und überhaupt das Altparteiensystem im Bundestag das Platzen des Schecks (also die griechische Insolvenz) bisher mit immer neuen Schecks an Griechenland verhindert hat. Sprich: damit Griechenland nicht pleite geht und der Bürger nicht aufwacht und die Altparteien bei den nächsten Wahlen nicht abstraft, werden Griechenland immer weitere Kredite gewährt – mit denen es die Pleite abwenden kann – und zugleich seine Schulden immer weiter erhöht. 

Der Hintergedanke der Altparteien im Bundestag: niemand rechnet damit, das Griechenland seine Kredite zurückzahlt – man streckt deren Laufzeiten auf 100 Jahre, senkt die Zinsen auf nahezu Null und hofft, dass diese Kredite mithilfe der Inflation oder Wirtschaftswachstum irgendwann in 100 Jahren sich gegen Null auflösen.  

Der Haken daran ist: auch dies wird der deutsche Steuerzahler bezahlen – er merkt es nur nicht: denn sein Geld, was jetzt in Kreditform nach Griechenland fließt, fehlt akut in deutschen Kassen für öffentliche Ausgaben wie die Finanzierung von Straßen, Objekten, Brücken, Personalkosten für mehr Polizei usw.

Es ist daher heuchlerisch, wenn der IWF moniert, dass in Deutschland zu wenig investiert wird: dieses Geld fliesst nämlich in die südlichen Eurozonenländer…

Und wenn der deutsche Staat in 100 Jahren das Geld zurückerhält, ist es ja nichts mehr wert, da inflationiert.

Angesichts dieser Tatsachen wird es höchste Zeit für Aufklärung auf politischer Ebene. 

Europa sollte ein Europa der Vaterländer, der Eigenverantwortung, der Subsidiarität sein

– nicht ein Europa, in dem der deutsche, niederländische und finnische Steuerzahler wie eine Weihnachtsgans ausgenommen wird.

Wir wollen kein Europa der dauerhaften Transfers, in dem der Norden für den Süden arbeitet und bezahlt. Wir wollen keine EUdSSR – keine sozialistische zentralisierte überbürokratisierte Europa-Transferunion. 

Wir wollen ein Europa der souveränen Staaten, in welchem jedes Land seine eigene Währung, seine eigene Regierung besitzt, die auch die Verantwortung für die eigene Misswirtschaft den eigenen Bürgern in Rechnung stellt – und nicht anderen Bürgern anderer Nationen, die demokratisch keinerlei Chance haben, die Mißstände in den Südländern durch Wahlen abzustellen.

 

 

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