Der Bombenanschlag in Damaskus scheint eine Wendung im innersyrischen Konflikt anzudeuten: der Kriegsschauplatz im Zentrum der Macht – in Damaskus – deutet auf ein Ende des syrischen Regimes hin. Assad hat alles auf die Karte der Gewalt gesetzt. Nun wendet sich dieses Blatt immer stärker gegen ihn selbst.

Assad selbst hatte es noch vor wenigen Monaten in der Hand, sein Land demokratisch umzustrukturieren. Der Westen hätte ihn dabei unterstützt. Stattdessen beharrte er auf seinen Machtanspruch. Dabei hätte ihm ein Blick nach Algerien, Libyen und Ägypten eines besseren belehren können: die Arabellion lässt sich nicht mit Gewalt niederdrücken.

Die Hoffnung des Westens auf eine parallel einhergehende Demokratisierung und Säkularisierung hat sich jedoch bisher nicht wirklich erfüllt. In Ägypten jedenfalls profitierten islamistische Moslembrüder überproportional von den Früchten, die die junge säkularisierte Demokratiebewegung hart erkämpft hatte.

Und auch in Syrien bringen sich die Muslimbrüder allmählich in Stellung für die Zeit nach Assad.

Allerdings hat dies zumindest auch einen positiven Aspekt: der Einfluss Irans auf Syrien und den Gazastreifen wurden geschwächt.

Nichtsdestotrotz gingen auch im Juni alleine innerhalb von 48 Stunden in einer kleinen israelischen Stadt 40 Raketen nieder – abgefeuert aus dem Gazastreifen.
Der gesamte Nahe Osten ist in Bewegung. Doch kein Mensch weiß, wohin die Reise genau geht.

Öffentliche Verbrennungen von Büchern, Flaggen, etc. deuten auf eine Verrohung und Verschärfung des Klimas zwischen verschiedenen Geisteshaltungen hin.

Der Aufschrei der Empörung der nun durch die ganze Welt geht, weil ein amerikanischer Pastor voller Hass gegen den Koran und Islam erfüllt ist, ist jedoch scheinheilig und doppelmoralisch.
Denn: wo bleibt der Aufschrei, wenn US-Flaggen, Israel-Flaggen oder Deutschland-Flaggen verbrannt werden, wenn Christen aufgrund ihres Glaubens von Muslimen getötet werden, wenn christliche Gotteshäuser (so in Indien und Indonesien) gebrandtschatzt werden?

Die geplante Koranverbrennung ist selbstverständlich ein Ausdruck von Hass und Ignoranz und Ablehnung – und entspricht nicht unserer westlich-geprägten Toleranzkultur.
Doch verwunderlich ist weder der Hass des Pastors auf den Islam – in dessen Namen in den letzten Jahren Tausende Menschen durch Terror umgebracht worden sind – noch darf uns die Gegenreaktion der Muslime auf diesen geplanten Akt der Koranverbrennung verwundern.

Verwunderlich ist nur, dass wir im Westen uns damit abgefunden zu haben scheinen, dass die Werte der Achtung, des Respekts, der Toleranz im Orient und in islamischen Staaten nicht gelten sollen: warum – in Gottes Namen – dürfen Muslime Kirchen brandschatzen, christliche Entwicklungshelfer töten, zum Christentum konvertierte Ex-Muslims umbringen, ohne dass wir dieses barbarische Verhalten verurteilen?

Ist nicht diese falsche Toleranz gegenüber dem aggressiven Islam mitursächlich dafür, dass sich ein US-Pastor ebenfalls radikalisiert?

Wenn die Koranverbrennung – zurecht – gegeißelt wird, dann müssen erst Recht die Terrorakte, das Verbrennen von Kirchengebäuden in islamischen Staaten, das Töten von christlichen Entwicklungshelfern gebrandmarkt und verurteilt werden !

Daher muss Schluss sein, mit dem Verbrennen von Büchern, dem Brandschatzen von Gotteshäusern und dem Töten von Entwicklungshelfern und Missionaren.

Daher mein Aufruf an die islamischen Mitbürger in Europa und der Welt: Tötet Euren Hass auf alles Westliche und Christliche und akzeptiert die Nichtmuslime als gleichwertige Menschen und stigmatisiert sie nicht als Ungläubige !

Die Liebe ist die wahre Macht !
Wahre Macht hat nicht der, der sie einsetzt, um zu töten. Sondern wahre Macht hat der, der sie einsetzt, um zu helfen Leben zu retten.

Deswegen ist Gott Liebe – und Gottes Liebe schickte einen Retter los, um den im Hass verlorenen Menschen aus Hass, Sünde und Tod zu retten.

Dieser Retter ist Jesus Christus.

In Gottes Namen – Amen.