4 Sabattical Weeks – Vier Sabbatwochen #Auszeit #Sabbat #Ruhe #Erholung #Pause

 

99 Thesen macht 4 Wochen Erholungspause.

rike / pixelio.de

 

Finden auch Sie zur Ruhe. Zur inneren Ruhe. Lassen Sie die hektische Welt der Sozialen Medien hinter sich. Schalten Sie ab – im doppelten und wörtlichen Sinne. Schalten Sie ab. Fahren Sie runter – und kommen zur Ruhe. Ein Besuch in den Bergen, eine Wanderung im Wald, das Schwimmen im See. Fliehen Sie aus der Hektik und dem Stress unserer Zivilisation – zumindest für einige Tage oder Wochen.

Ich erinnere mich noch, wie ich vor ca. 21 Jahren eine 14 tägige Wanderung im schwedischen Lappland machte. Ich gewöhnte mich schnell an die Ruhe. Kein Radio. Kein TV. Kein Internet – das lag damals sowieso erst in den Windeln. Treten Sie aus aus dem Hamsterrad, in das Sie (mehr …)

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Herzlich Willkommen in #2018 – Prosit Neujahr – Die Glocke

Direkt zum Auftakt des neuen Jahres möchte ich Sie begrüßen mit einem etwas ungewöhnlichen Thema: der Glocke.  … Wer kennt ihn nicht den Spruch: Hör was die Glocke geschlagen hat.

Dazu kommt es auch in unserem Leben an: einmal persönlich Innehalten, auf die innere Uhr und – wem möglich – auf die Stimme Gottes zu hören. Die Ruhe dazu zu finden fällt in unserem digitalisierten Zeitalter schwer: Facebook, Whatsapp, Instagram, Youtube, Telegram und andere Apps… sie machen das Leben hektisch. Die ständige Erreichbarkeit ist nicht nur Lust, sondern im Übermaß auch Frust. Das Abschalten in der Natur , oder das Abschalten durch Hören vom beruhigenden Glockenklang – so geht es mir dabei – mögen uns helfen, zur Ruhe und Besinnung zurückzufinden. Anbei stelle ich daher einige Literatur, ein Glockengeläut vom Münster aus Konstanz am Bodensee sowie ein Hörbuch zu Schillers Glocke: reduzieren wir unsere Tempi, unsere Geschwindigkeit. Gemächlichkeit ist ein Luxusgut geworden – wohl dem – der es sich leisten kann.  Leisten Sie sich in 2018 doch gerne mehr von diesem Luxus – dem Luxus der Gemächlichkeit – der Entspannung beim Glockengeläut und dem Lesen ihrer Lieblingslektüre.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein entspannteres , entschleunigteres und erholsameres Neues Jahr 2018.

Ihr Freddy Kühne

Das Lied von der Glocke – Friedrich Schillers bekanntestes  GedichtGlockenklang – Brauchtum und Entstehung (Staatsbibliothek Berlin / Preußischer Kulturbesitz) 

Gottes Lob (zum Neuen Jahr) aus ehernem Mund 

Die Kirchenglocke 

Glockenmusik

Die Maus Spezial: Glockengießen

Andreas Romberg, Das Lied von der Glocke Op. 25 1808 Text Friedrich Schiller

Entspannung, Ruhe, Erholung, Meditation, Freude, Fröhlichkeit und Lob-Preis

geben uns Kraft zum Leben. Ich wünsche Ihnen diese. Einen entspannten Sonntag.

Freddy Kühne

 

Ich weiß nicht, wie Eure Woche war; konntet ihr euch erholen oder hattet ihr eher
Termindruck oder hattet ihr einen Streit zu Hause?
Und wer hat sich bewusst Räume und Zeiten
der Stille geschaffen, ist in sich gegangen und hat auf Gott gehört?
Als Artur vor wenigen Wochen fragte, ob ich bereit bin das Thema „Stille“
zu übernehmen, war mein erster Gedanke ein ablehnender Reflex.
Das ist ein so typischer Abwehrreflex des
Menschen im Medienzeitalter: wir haben uns schon zu sehr an die Dauerbeschäf-
tigung mit Handy, Radio, Fernsehen und Internet gewöhnt.
Wir sehnen uns nach Stille – aber lange halten wir es nicht mit ihr aus.
Kurz nach meinem Reflex
wusste ich : Gott möchte genau von mir, dass ich mich mit der
„Stille“ beschäftige.
Denn mein Beruf als Bauleiter ist oft stressig und nervenaufreibend:
Wie ist es bei Dir?
Du bist Geschäftsmann, musst morgens früh aus dem Haus und kommst
abends zwischen 18:00 und 20:00 Uhr nach Hause?

Oder Du bist die voll ausgepowerte Familienmanagerin, stehst früh um 6 auf,
schmierst die Brote für die ganze Familie und fühlst dich hilflos,
weil der Kühlschrank immer leer und der Wäschekorb immer voll ist?

Oder Du bist Rentner, von dem alle meinen, dass er die Ruhephase des Lebens
genießt, Du aber rennst in Wirklichkeit von Arzttermin zu Arzttermin ?
Oder Du bist ein Jugendlicher, der keine Angebote zu Partys auslässt und ständig
auf Tour bist?
Jeder weiß,
wie wichtig und erholsam die Stille für Geist, Seele und Leib ist.
Der Volksmund sagt: In der Ruhe liegt die Kraft.
Und hier hat nicht Luther dem Volk aufs Maul geschaut, sondern der Volksmund
hat sich von der Bibel inspirieren lassen. Denn es heißt in Jesaja 30 Vers 15:
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und
stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark
sein. Aber ihr wollt nicht und sprecht: „Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahin-
fliegen“, darum werdet ihr dahinfliehen, „und auf Rennern wollen wir reiten“ – darum
werden euch eure Verfolger überrennen.
Unsere Predigt heute morgen gliedert sich in drei Punkte:
Punkt 1 lautet: Ermahnung zur Umkehr und Stille. Warnung vor Schiffbruch.
Punkt 2 lautet: Die Früchte der Stille
Und Punkt 3 lautet: Stille in der Praxis
Bevor wir mit dem ersten Punkt starten, wiederholen wir den fünfzehnten
Vers aus Jesaja 30:
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und
stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark
sein. Aber ihr wollt nicht und sprecht: „Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahin-
fliegen“, darum werdet ihr dahinfliehen, „und auf Rennern wollen wir reiten“ – darum
werden euch eure Verfolger überrennen.
Die KERNFRAGE an uns heute morgen ist doch diese:
Wollen wir überhaupt umkehren und stille sein?
Stark werden wollen wir alle.
Doch wollen wir uns dabei völlig auf Gott verlassen und innerlich ruhig
bleiben, oder voller Unruhe aktiv werden um den gewünschten
Ergebnissen nachzuhelfen?
Die KERNFRAGE heißt also: Willst Du heute morgen umkehren und stille sein?
Oder ist Dir das Warten und Stille sein zu unangenehm und zu unsicher?
Die Frage betrifft alle Entscheidungen unseres Lebens – angefangen bei der
Wahl der Schule, der Wahl des Studiums und Berufes, der Wahl des Ehepartners
bis hin zur Wahl der Gemeindeleitung.
Es fällt uns hier oft schwer, Ruhe zu bewahren und
die eigene Aktivität zurückzustellen.
Tief im Inneren unseres Herzens wissen wir, dass unsere Sorgen, unsere Panik
uns genausoviel weiterbringen, wie jemand, der mit aller
Anstrengung im Treibsand versucht, vorwärts zu kommen.
Beginnen wir nun mit unserem ersten Punkt:
D

Das Volk Israel wollte seinerzeit seine Probleme ohne Gott auf eigene Weise lösen,
indem es ein Bündnis mit dem Pharao eingeht.
Dazu sagt Gott in Jesaja 30 ab Vers 1:
„Weh den abtrünnigen Söhnen, spricht der HERR, die ohne mich Pläne fassen und
ohne meinen Geist Bündnisse eingehen, um eine Sünde auf die andere zu häufen,
die hinabziehen nach Ägypten und befragen meinen Mund nicht, um sich zu
stärken mit der Macht des Pharao um sich zu bergen im Schatten Ägyptens !
Aber es soll euch die Stärke des Pharao zur Schande geraten und der Schutz im
Schatten Ägyptens zum Hohn“
Gott selbst also warnt hier sein Volk eindringlich davor, Pläne und Bündnisse
ohne seinen Geist einzugehen.
Doch aus Gottes Sicht steckt noch mehr hinter diesem Militärbündnis mit
Ägypten: nämlich der Ungehorsam gegenüber Gott.
Der Gott Israels, hatte Israel mit Wunder über Wunder aus Ägypten befreit.
Jahwe gebietet Israel in den Zehn Geboten, es soll keine anderen Götter
neben ihm haben.
Durch das Militärbündnis mit dem Pharao vergißt Israel alles, was für Gott
Bedeutung hat.
Israel verhöhnt seinen eigenen Gott, weil es ein Bündnis
mit dem Sohn des Sonnengottes Ra eingeht und verhöhnt damit Gott als
Schöpfer der Erde und des Himmels, weil es das Geschöpf der Sonne in den Stand
eines Gottes erhebt und akzeptiert.
Und was hat das alles nun mit dem Thema „Stille“ zu tun?
Stille zu sein und auf Gott zu hoffen, bedeutet, die eigenen Gedanken und
Pläne, die eigenen Aktivitäten durch Gebet und Hören auf Gottes Wort
zu prüfen und im Extremfall sogar ganz einzustellen.
ABER: lediglich in der STILLE sind wir dazu in der Lage, auf Gott zu hören und
umzukehren.
Am Negativ-Beispiel des Volkes Israel lernen wir, welche Konsequenzen
es haben kann und haben wird, wenn wir auf die Stille und Umkehr zu Gott
verzichten:
das von Israel ohne den Geist Gottes geschlossene Bündnis
mit dem Pharao als Sohn des Sonnengottes wird fehlschlagen, so prophezeit
der Prophet Jesaja im Auftrage Gottes.

Was lernen wir also daraus?
Wir sollten die Warnung Gottes an Israel ernst nehmen und lernen still zu sein.
Stille soll uns davor bewahren, Pläne und Bündnisse auf eigene Faust
zu unternehmen, sie soll uns davor bewahren, ohne Gottes Geist und ohne
Segen schwere Fehler zu begehen und mit unseren eigenen Plänen Schiffbruch
zu erleiden.
Doch wenn wir gescheitert sind – müssen wir uns fragen:
Waren wir auf dem Holzweg? Haben wir unsere eigenen Pläne für Gottes
Pläne gehalten? Oder haben wir gar bewusst unsere eigenen Pläne gegenüber
dem Plan Gottes vorgezogen?
Eine solche schonungslose Analyse sollte man vornehmen:
Denn diese Analyse ist Voraussetzung zur Selbsterkenntnis.
Und Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Vergebung, zur Umkehr und zum
Gesegnet-Werden.
Kommen wir zu Punkt 2 der Predigt:
Früchte der Stille
Wir lesen aus Nehemia 8, Verse 1 bis 3 und 8 bis 12:
Vorlesung des Gesetzes durch Esra
1 „Als nun der siebente Monat herangekommen war und die Israeliten in ihren
Städten waren, versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor
dem Wassertor, und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, er solle das
Buch des Gesetzes des Mose holen, das der Herr Israel geboten hat.
2 Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Frauen
und alle, die es verstehen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats
3 und las daraus auf dem Platz vor dem Wassertor vom lichten Morgen an bis zum
Mittag vor Männern und Frauen und wer`s verstehen konnte.
Und die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt.
und weiter ab Vers 8
8 Und sie legten das Buch des Gesetzes Gottes klar und verständlich aus, so daß
man verstand, was gelesen worden war.
9 Und Nehemia, der Statthalter, und Esra, der Priester und Schriftgelehrte, und die
Leviten, die das Volk unterwiesen, sprachen zu allem Volk: Dieser Tag ist heilig
dem Herrn, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weinet nicht!
Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.
10 Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und eßt fette Speisen und trinkt süße
Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben;
denn dieser Tag ist heilig unserem Herrn. Und seid nicht bekümmert, denn die
Freude am Herrn ist eure Stärke.
11 Und die Leviten trösteten alles Volk und sprachen: Seid still, denn der Tag ist
heilig; seid nicht bekümmert!
12 Und alles Volk ging hin, um zu essen, zu trinken und davon auszuteilen und
ein großes Freudenfest zu machen; denn sie hatten die Worte verstanden, die man
ihnen kundgetan hatte.“
Was für ein Tag !
Stellt Euch vor, in ganz Deutschland versammeln sich die Menschen auf
Plätzen, wie auf dem Neumarkt in Solingen, um sich von morgens 08:00 bis
mittags um 12:00 Uhr aus Gottes Wort vorlesen und predigen zu lassen !
Ich finde das eine großartige Vorstellung, die Menschen in Solingen zu einem
Open-Air Gottesdienst in der Innenstadt aufzurufen und öffentlich das Evangelium
von Jesus Christus zu verkündigen.
Im Volk Israel ist diese Open-Air-Gottesdienstversammlung Realität:
Das ganze Volk versammelte sich vor dem Wassertor zu einem Gottesdienst
und fordert Esra auf, ihm die Gesetze des Mose vorzulesen.
Der Tag beginnt – für unsere Verhältnisse – mit einer Merkwürdigkeit: nicht der
Priester ruft das Volk. Nein. Es ist umgekehrt: das Volk verlangt vom
Priester, die Gesetze vorzulesen.
Diese Tatsache lässt mein Herz höherspringen: Gottes Volk verlangt von seinen
Führern geistliche Nahrung, wie ein Baby nach der Brust seiner Mutter schreit.
Und in der Tat: das Volk konzentriert sich total auf das
Gesetz des Mose: es heißt wörtlich in Vers 3 : „Und die Ohren des ganzen Volkes
waren dem Gesetz zugekehrt“.
Stellen wir uns vor, wie gebannt das Volk auf die Worte des Priesters hörte. Man
konnte buchstäblich eine Stecknadel fallen hören, so fasziniert und aufmerksam
lauschte das Volk Gottes den Worten des Priesters.
Im Anschluss an die Verlesung des Wortes Gottes dann legten die Leviten
Gottes Wort klar und verständlich aus, sodass jeder auch den Inhalt dessen
verstand, von dem, was vorgelesen war.
Woran lag es, dass die Israeliten das Wort Gottes verstanden haben?
Ich glaube, es waren zwei Voraussetzungen, die ihrem Verstehen zu Grunde
lagen:
Erstens hatten sie Hunger nach Gottes Wort und zweitens hörten sie konzentriert
und still zu !
Haben wir Hunger nach Gottes Wort? Haben wir wirklich Hunger nach geistlicher
Nahrung? Oder sind wir mit dem Fastfood und der Oberflächlichkeit unserer
Medien zufrieden?
Lesen wir die Bibel, noch zu Hause im Stillen Kämmerlein?
Gönnen wir uns noch den Luxus der Stille?
Das erste Prinzip, was ich aus diesem Text in Nehemia erkennen kann, ist also
das Prinzip „Verstehen durch Stille“.
Das zweite Prinzip, was wir heute morgen gemeinsam aus dem Text heraus-
arbeiten können, ist das Prinzip „Trost und Freude durch Stille“.
Wir lesen in Nehemia 8 Vers 10 bis 12:
10 Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und eßt fette Speisen und trinkt süße
Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben;
denn dieser Tag ist heilig unserem Herrn. Und seid nicht bekümmert, denn die
Freude am Herrn ist eure Stärke.
11 Und die Leviten trösteten alles Volk und sprachen: Seid still, denn der Tag ist
heilig; seid nicht bekümmert!
12 Und alles Volk ging hin, um zu essen, zu trinken und davon auszuteilen und
ein großes Freudenfest zu machen; denn sie hatten die Worte verstanden, die man
ihnen kundgetan hatte.“
Das dritte Prinzip lautet „Anteilnahme durch Stille“, denn in Vers 10 heißt es:
10 Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und eßt fette Speisen und trinkt süße
Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben;
denn dieser Tag ist heilig unserem Herrn.
Wenn wir in die Stille gehen, bekommen wir einen Blick für unseren Nächsten,
der weniger oder – wie hier – nichts hat.
Nehemia forderte die Israeliten auf, den Habenichtsen aus ihrem Volk abzugeben,
damit auch die Habenichtse ein Freudenfest am heiligen Tag des Herrn feiern
konnten.
Das vierte Prinzip lautet „Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis“
Nachdem Nehemia und die Leviten das Wort Gottes vorgelesen und ausgelegt
hatten, fing das Volk Gottes an zu weinen.
Warum?
Es steht nicht ausdrücklich im Bericht, aber der Zusammenhang macht deutlich:
Das Volk Gottes hatte erkannt, wieweit es sich selbst vom Willen Gottes entfernt
hatte. Es hatte sich selbst erkannt – und Gott erkannt. Und es hatte die große
Distanz gespürt, die zwischen ihnen und dem heiligen Gott lag.
Mit anderen Worten: es hatte Selbst- und Sünden- sowie Gotteserkenntnis
erlangt.
Was können wir daraus lernen? Was sind die Früchte der Stille?
Die Früchte der Stille heißen:
Nochmal. Ich wiederhole nocheinmal die Früchte der Stille. Sie heißen:
Darüberhinaus erfahren Körper, Geist und Seele natürlich noch weitere Früchte
der Stille, wie zum Beispiel auch körperliche und psychische Regeneration.
Der Punkt 3 unseres Themas lautet:
Stille in der Praxis
Uns beschäftigen Fragen wie zum Beispiel:
Vorweggesagt: Jeder von uns hat seine individuelle Belastungsgrenzen.
Diese sind abhängig vom Alter, Beruf und zum Beispiel auch vom sozialen Umfeld.
Weitere wichtige Faktoren sind die bereits erlebten Belastungen der Vergangen-
heit und die Erbanlagen unseres Körpers, aber auch die unsichtbaren Umwelt-
einflüsse, wie Schadstoffbelastung.
Markant ist der Unterschied zwischen Allergikern und Nichtallergikern.
Der Asthmatiker ist beispielsweise ganzjährig einer höheren Belastung ausgesetzt.
Auch Lärm, Hitze, Kälte oder emotionale Kälte der Mitmenschen spielen hier eine
nicht zu unterschätzende Rolle.
Zu dem ganzen Komplex kann man sicherlich eine ganze medizinische Vortrags-
reihe anbieten.
Das Thema wäre eine gute Möglichkeit mit dem eine Evangelisation
durchgeführt werden kann.
Doch heute morgen beschränken wir uns auf zwei Fragen:
Die erste Frage hierzu lautet: Muss ich wirklich alles machen, was ich mache?
Die zweite Frage lautet: Wann räume ich mir in meinem Tagesablauf Zeit für Stille
und Erholung ein?
Beginnen wir mit der Beantwortung der ersten Frage: Muss ich wirklich alles
machen, was ich mache?
Als Hilfsmittel zur Beantwortung dieser Frage fahren wir mit unserem Lebensauto
einmal auf die Hebebühne und machen einen Aufgaben-Check:
das geht ganz einfach: Du listest einfach mal alle Aufgaben nach verschiedenen
Kategorien auf.
Schauen wir uns dazu folgende Bild auf der Leinwand an
SLOGAN:
Der Slogan „Weniger ist mehr“ gewinnt hier eine ganz neue Bedeutung.
Es ist oft besser, wenn wir uns auf wenige
Aufgabenbereiche konzentrieren – für diese Bereiche aber genügend Zeit und Kraft
zur Verfügung stellen können, um diese Aufgaben auch gewissenhaft und zur
Ehre Gottes durchführen zu können.
Dabei kann es sein, dass mancher Mitarbeiter seine Mitarbeit einstellen sollte,
andere Mitarbeiter aber neu in die Mitarbeiterschaft einsteigen.
An dieser Stelle möchte ich Werbung für die Jungschararbeit machen, weil sie mir
ein Herzensanliegen ist: Ihr jungen Männer unter uns, überlegt doch einmal bitte,
ob Jungschararbeit nicht auch etwas für Euch ist.
Kommen wir zurück zu der zweiten Frage:
Wann räume ich mir in meinem Tagesablauf Zeit für Stille und Erholung ein?
Und will ich wirklich zur Ruhe kommen?
Wenn Du wirklich zur Ruhe kommen willst, dann wirst Du Dir Zeiten der Stille
reservieren müssen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist – und was das für ein Kampf
oft ist.
Auch hier können wir aus der Bibel lernen, dazu drei Beispiele:
Zum ersten lesen wir bereits im Schöpfungsbericht, dass Gott von seinen Werken
am siebten Tage ausruhte. Diese Ruhe am siebten Tag macht Gott in den 10
Geboten zur wohlwollenden Vorschrift.
Gott schafft bewusst eine Struktur, in der sich Arbeit und Ruhe, Aktivität und Re-
generation ablösen.
Als zweites Beispiel schauen wir uns Daniel an: Daniel ließ sich selbst
als Zwangsumgesiedelter in Babylon durch antigöttliche Gesetze nicht dazu
verleiten, das Standbild des Nebukadnezar anzubeten.

Stattdessen betete er bei offenem Fenster dreimal täglich zu seinem Gott.
Auch hier erkennen wir: Daniel hat sich eine regelmässige Struktur der Stille
zugelegt.
Als drittes Beispiel dient Jesus Christus selbst.
Nach der Speisung der Fünftausend – ( Markus Kapitel 6) schickte
Jesus seine Jünger zum See Genezareth: Jesus gab ihnen die Anweisung,
sie sollten ohne ihn schon mal mit dem Boot auf das andere Ufer nach
Betsaida übersetzen.
Er selbst dagegen , ging – vollkommen allein – auf einen Berg, um in Ruhe und
Stille zu seinem Vater zu beten.
Fragen wir uns selbst:
Haben wir unseren Wochen- und Tagesablauf strukturiert?
Haben wir Zeiten der Stille und Ruhe vorgesehen?
Halten wir die Sonntagsruhe ein?
Wie sieht es an unserem Arbeitsplatz aus? Verlassen wir auch schon mal das
hektische Büro?
In Handwerksberufen und in der Industrieproduktion gibt es ja fest
vorgeschriebene Pausen. Das erleichtert die Regeneration.
In freien und akademischen Berufen, in Bürojobs, sieht das schon viel schwieriger
aus: hier ist mehr Selbsteinteilung und vor allem Selbstdisziplin gefragt.
Gott möchte ermahnen und ermutigen:
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und
stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark
sein.
Die Ruhe – auch das soll heute morgen gesagt sein – ist ein zweischneidiges
Schwert.
Denn es gibt auch – ich will sie mal so nennen – die sogenannte „Totenstille“.
Es ist durchaus möglich, dass Stille so leise und erdrückend wird, dass sie
anfängt zu schreien.
Das ist zum Beispiel bei Personen der Fall, die von engsten Vertrauten eine
tiefe seelische und / oder körperliche Verletzung erfahren haben: diese Menschen
sind so verstört und verletzt, dass ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstvertrauen
derart gestört ist, dass sie sich keinem Menschen mehr anvertrauen.
Liebe Geschwister, diese Art der Stille ist keine gute Art der Stille.
Diese schreiende Stille muss durch mühsames Aufbauen von Vertrauen und
Gesprächen mit viel Geduld aufgebrochen werden.
Oder aber die Opfer brechen erst nach Jahrzehnten aus dieser schreienden Stille
aus.
Hier kommt die Seele erst zur Ruhe, wenn die Probleme aufgedeckt und beim
Namen genannt werden.
In allen Fällen jedoch gilt die Einladung unseres Herrn Jesus Christus aus
Matthäus Kapitel 11 Vers 28:
28 Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet;
ich werde sie euch abnehmen.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen
demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Was sind die Lasten die wir abgeben können?
Es fängt bei A wie Angst an, geht über K wie Krankheit über S wie Schuld und
Sünde und Stress und hört bei Z noch lange nicht auf.
Daher fordere ich uns im Namen Jesu Christi auf:
28 Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet;
ich werde sie euch abnehmen.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen
demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Amen.