Die AfD als „Systemgegner“ ? – Eine Entgegnung !

 

Odysseus hatte gleich gegen mehrere Gegner zu kämpfen, um die Meerenge zwischen Skylla und Charybdis zu passieren …

Ergeht es dem National- und Sozialstaat heute nicht ähnlich ?

 

 

Von Alexander Heumann und Freddy Kühne *)

 

Der emeritierte Politologie-Professor Werner Patzelt (CDU) pocht „in Sachen AfD“ wieder einmal auf „Vernunft und Maß“[2], läßt sie jedoch vermissen. Seines Erachtens verbarrikadiert sich die Partei in einer „rechtsradikalen Schmuddelecke“, anstatt sich „Respekt auch von Gegnern“ zu verdienen. Jedenfalls die Rechtsdemagogen im Osten wollten „unsere ganze politische Ordnung“ auf den „Müllhaufen“ befördern. Das ist nicht weit entfernt von Söders Diktum: „Die AfD ist ein Angriff auf Deutschland!“ Und nichts könnte falscher sein.

Immerhin „versteht“ Herr Patzelt gnädigerweise, daß „über eine politische Funktionalisierung des Verfassungsschutzes geschimpft wird.“ Indes sei dann erst recht eine geläuterte Haltung an den Tag zu legen, die jeden Zweifel an Verfassungstreue zerstreue. Der politisch Diskriminierte, von Obrigkeit und Medien Drangsalierte muss eben zum Musterschüler werden. Jedenfalls die Werteunion meint es gut mit der AfD: Sie wartet darauf, daß die AfD endlich eine staatspolitische „Bringschuld“ erbringt. Nur, welche?

 

Verfassungsordnung als sakrosanktes „System“?

Vielleicht ist dies Patzelts Stein der Weisen: „Es haben viele Mitglieder und Anhänger der AfD anscheinend noch nicht begriffen, daß eine strikte Trennung von Regierungskritik und Systemgegnerschaft die Voraussetzung politischer Freiheit ist. Eine Regierung und die sie tragenden Parteien darf man sehr wohl scharf angreifen – nicht aber eine Verfassungsordnung (…).“

Beispiele? Nennt Patzelt nicht. Na „Chauvinismus“ und „Rassismus“ eben! Der Leser weiß ja bescheid; das muss man nicht immer wieder ausführen. Patzelt denkt wohl weniger an das Parteiprogramm, als an (mehr …)

Die Politik in Berlin fährt starre Formen für das Renteneintrittsalter auf: sie legt eine starre Altersgrenze für alle fest, unabhängig von der Zahl der individuellen Beitragsjahre und der Zahl der individuell geborenen und großgezogenen Kinder. Dieses starre System führt zu groben Ungerechtigkeiten: so müssen Berufsspäteinsteiger wie Akademiker bei diesem System viel weniger Beitragsjahre leisten, um in den Genuss der Rente zu kommen, als Nichtakademiker. Ebenso müssen kinderreiche Eltern genauso lange arbeiten und einzahlen, wie Kinderlose.
Das führt dazu, dass sowohl kinderreiche wie nichtakademische Arbeitnehmer durch das starre System benachteiligt werden.

Warum kann es in Deutschland nicht einmal möglich sein, ein flexibles System einzuführen, indem man z.B. eine Mindestbeitragsdauer, z.B. 45 Jahre, für alle Arbeitnehmer einführt und indem man für kinderreiche Arbeitnehmer einen Bonus in das System einbaut, z.B. indem pro Kind die Rente um 2 Prozent gegenüber Kinderlosen angehoben wird.
Das würde langfristig zu einem Umdenken in der deutschen Bevölkerung führen – weg von der Kinderarmut hin zum Mut für mehr Kinder. Dies täte sowohl der langfristigen demographischen Entwicklung als auch den kinderreichen Arbeitnehmern gut: denn sie haben schliesslich ca. 25 bis 30 Jahre persönlich aufgrund der nicht nur finanziell aufwändigen Kinderbetreuung auf einen guten luxuriösen Lebenswandel verzichtet: während Ein-Kind-Familien als Doppelverdiener zwei bis dreimal im Jahr in den Urlaub gefahren sind, haben Familien mit drei Kindern z.B. auf teuren Urlaub verzichten müssen – und diesen bei Verwandten oder auf Balkonien verbracht. Nutznießer dieses Verzichts sind die Kinderarmen: sie führen als Arbeitnehmer ein Leben in größeren Wohlstand und profitieren auch noch im Rentensystem von den Beiträgen anderer Leute Kinder.

Um in Deutschland eine größere Rentengerechtigkeit und einen Anreiz für Kinderreichtum zu setzen, sollte der Staat einen Kinderbonus in das Rentensystem einbauen. Zugleich sollte eine Mindesteinzahlungsdauer für das Rentensystem festgelegt werden und statt des starren Renteneinstiegsalters eine Mindestbeitragszeit von z.B. 45 Jahren. Für Kindererziehung sollte zudem pro Kind ein Erlass von 7 Jahren für Vollzeitmütter gewährt werden – für Mütter, die ihre Kinder in eine staatliche Ganztagsbetreuung gegeben haben, sollte pro Kind maximal 2 Jahre Zeitrabatt gewährt werden.

Autoren: 99 Thesen

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Weitere Infos zum Thema


  • http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,8100051,00.html

  • http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Vorbild-Schweden_aid_893420.html
  • Ein Umbau der Sozialversicherung ist aus demographischen Gründen zwingend erforderlich. Teil 1: Krankenversicherung.

    Wir sprechen uns für einen Umbau des bisherigen Krankenversicherungssystems aus, mit dem Ziel, eine breitere Bemessungsgrundlage und damit solidarische Beteiligung zu erreichen.
    Wir sprechen uns dafür aus, dass alle arbeitenden Menschen in die Gesetzlichen Kassen einzahlen, also neben den bisherigen Sozialversicherungspflichtigen auch selbstständige Unternehmer, Freiberufler und Beamte.
    Daher fordern wir die Ablösung der Sozialversicherungspflicht durch eine Sozialversicherungssteuer:
    Die Sozialversicherungssteuer wird auf alle Einkommensarten (Unternehmensgewinne, Lohn,Miet- und Finanzeinkünfte aller Art) erhoben, um somit den Solidarbeitrag äquivalent zur Leistungsfähigkeit herzustellen.

    Die bisherige paritätische Aufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entfällt und senkt so die Lohnnebenkosten.

    Berechnungsgrundlage der Sozialversicherungssteuer sind die erzielten Bruttoeinkünfte; die Steuer wird vor Abzug von Abschreibungstatbeständen berechnet.

    Die kostenlose Mitversicherung von Kindern und Vollzeitfamilienmangern ist dadurch automatisch garantiert. Schliesslich sind die Kinder die Beitragszahler von übermorgen, die dann auch für die kinderlosen Paare den Generationenvertrag erfüllen und in die Kassen einzahlen werden.

    Der Autor ist Mitglied der Initiative PRO: C.S.U. – PRO Christlich. Soziales.Umwelt. der Politiksimulation http://www.dol2day.com

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    Weitere Infos zum Thema im Interview mit Prof. Dr. Hermann Adrian bei Family TV


    • http://www.familyfair.de/familyfair.tv/das-eva-prinzip/prof-dr-hermann-adrian-uber-das-sozialversicherungssystem.html



    • Weitere Infos und Grafiken erhalten Sie beim Mediendienst der AOK durch einen Klick auf das nachfolgende Bild:

      Mediendienst AOK

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