Bürger auf der Krim: vor wem wollen uns die Russen schützen?

Bürger auf der Krim diskutieren mit russischen Soldaten – diese selbstverständlich weiter ohne Hoheitsabzeichen unterwegs….

die Bürger verlangen, dass die Soldaten die Waffen wegstecken – diese würde ihnen Angst machen. Zudem soll eine Frau fragen „Vor wem wollt ihr uns eigentlich beschützen?“ und „Wir sprechen hier alle russisch.“
Lesen Sie dazu mehr auf Welt Online.

Putin: es ist alles nur Zufall – ein Missverständnis … wir wollen doch gar keinen Krieg

Zynisch-satirischer Essay

Nein – es ist alles Zufall – wenn man Putin glauben mag. Die Militärübung mit 150.000 Soldaten in der Nähe der Krim war sowieso längst geplant und ist ja auch schon wieder vorbei. Auf der Krim sind gar keine russischen Soldaten – Putin weiß sich auch keinen Rat, wer die volluniformierten Soldaten ohne Hoheitskennzeichen sind, die vor ukrainischen Kasernen, ukrainischen Flughäfen usw. patroullieren. Ach ja – aber für alle Fälle: eine russische Intervention behält sich Putin dann doch vor, wenn russische Bürger bedroht seien. Zur Not verteilt man schnell ein paar russische Pässe an die Menschen – so wie damals in Georgien – und sorgt selbst ein bißchen für Unruhe. Und dies sei ja auch völkerrechtlich gedeckt, hat doch der geflüchtete Janukowitsch ein Papier mit der Bitte um militärische Unterstützung mitgebracht…. nein, wie praktisch und zufällig. Putin kann gar nichts dafür, dass das jetzt alles so imperialistisch wirkt und die russischen Nachbarn und die Welt in Angst und Schrecken erstarren. Hat Gerhard Schröders Duz-Freund als lupenreiner Demokrat doch gar nichts gegen Demonstrationen – solange sie pro-russisch sind. Und – ausgerechnet jetzt testet Russland eine Interkontinentalrakete. Das hat aber nun gar nichts miteinander zu tun, oder? 

Im übrigen: die putinsche Idee mit dem Schutz der russischen Minderheit ist doch nachahmenswert: wir haben doch auch noch einige deutsche Minderheiten in Tschechien, Chile, den USA usw. Vielleicht sollten wir uns Putin zum Vorbild nehmen?

– Ende des satrisch-zynischen Artikels –

weitere Artikel: Ukraine – Grüne für Krieg

Russland droht die Ukraine militärisch zu schlucken

Die Gedanken sind verwirrt, der Westen ist überrascht. Im Westen hatte niemand damit gerechnet, dass Russland zur Machtpolitik des 18. und 19. Jahrhunderts zurückkehrt.
Im Gegensatz zu Deutschland, das durch die Niederlage im 2. Weltkrieg alle Gebiete verlor und arg dezimiert wurde, profitierte Russland bisher durch alle Epochen hindurch von gewaltsamen Eroberungen fremder Territorien – und behielt diese zu 90 Prozent auch – abgesehen von Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Georgien.

Russland behielt jedoch auch fast alle durch die drei Teilungen Polens im 18. Jahrhundert „gewonnenen“ Gebiete bei.
Damals wurde Polen zwischen dem Haus Habsburg (Österreich-Ungarn), dem Zarenhaus (Russland) und Preußen (Deutschland) innerhalb von ca. 50 Jahren durch drei Teilungsvorgänge aufgelöst.
Unter Zarin Katharina II. wurde dann die Krim von den Osmanen/ Tataren befreit. Die Zarin sah als oberste Repräsentantin des orthodoxen Glaubens die „Befreiung“ der Krim als ihre Pflicht an.
Katharina siedelte anschliessend Russen und Deutsche im Bereich der Krim an.

Haus Habsburg

Der westliche Teil der heutigen Ukraine (Galizien und Lodomerien) wurde damals dem Haus Habsburg zugeteilt. Die Gebiete zwischen Königsberg und Preußen wurden Preußen zugeschlagen. Der größte Teil fiel an Russland. Teile davon gehören noch heute zur Ukraine.

Im 20. Jahrhundert ließ der Verbrecher Stalin die Zentralukraine systematisch aushungern und erneut Tataren aus der Krim deportieren.

Dieser geschichtliche Hintergrund, die wirtschaftliche Stärke Russlands und die momentane Führungsschwäche des Westens (Obama wird als schwacher Aussenpolitiker in die Geschichte der USA eingehen, die EU scheint noch nicht zu verstehen, dass sie Putin wohl nicht mehr mit Worten an seinen Plänen hindern kann) bestärkt Putin in seinem russischen Imperialismus.

Weiterlesen

Europa: die Weichen müssen gestellt werden

Europawahlen – Wochenlange Demonstrationen bei bitterer Kälte in der Ukraine – hohe Arbeitslosigkeit in Südeuropa – Großbritannien vor dem EU-Austritt ? – Alternative für Deutschland: pro Europa kontra Zentralismus

In Europa müssen die Weichen gestellt werden. In wenigen Wochen finden die Europawahlen statt. Durch die Einführung der Euro-Währung sollte die wirtschaftliche und politische Vormachtstellung Deutschlands verhindert werden – das jedenfalls war die Absicht der Franzosen und anderer Südländer. Das Gegenteil jedoch wurde erreicht: die deutsche Industrie profitiert von der in Relation zur DM schwachen Eurowährung. Die Südländer dagegen leiden von der in Relation zu ihren früheren Währungen zu starken Eurowährung. Europa driftet so wirtschaftlich immer weiter auseinander. In den Südstaaten steigen die Defizite der Haushalte und die Arbeitslosigkeit. In den Nordländern – auch in Deutschland – sinken die Arbeitslosenzahlen und die Schulden.  Um diese negativen Folgen des Euro-Projektes auszuschalten, wollen die Südländer nun die Schuldenunion und die Zentralisierung Europas durch eine Wirtschaftsregierung und die Bankenunion vorantreiben. 

Hierdurch entstehen weitere Schwächen: die Bürokratie und die Macht der Technokratie sowie des in Brüssel stark engagierten Lobbyismus wird gestärkt. Die Exekutive der Kommission und der Europäischen Zentralbank sowie des ESM und der Bankenaufsicht bekommen immer mehr Befugnisse.  Die parlamentarische Kontrolle reduziert sich automatisch in demselben Maße wie die Nationalparlamente Souveränität an die Exekutive in Brüssel abgeben. Der Bürger hat damit de facto kaum noch Einwirkungsmöglichkeiten auf die Richtung der Politik. Die Exekutiven entziehen sich damit der Kontrolle und parlamentarischen Verantwortung. Der Weg in eine europäische Technokratie, die von Technokraten und Bürokraten weitestgehend ohne Kontrolle durch Parlamente und Bürger agieren, wird so von den Altparteien im Bundestag billigend in Kauf genommen. Der damit verbundene Zentralismus, lange Wege und die Entkoppelung von der Wirklichkeit an der Bürger-Basis werden die Europäische Union immer unflexibler und unbeweglicher werden lassen. 

Die Werte von Eigenverantwortung , sprich Subsidiarität, Bürgernähe, direkte parlamentarische Verantwortung und Kontrolle der Exekutive, Wettbewerb zwischen den Volkswirtschaften werden auf diesem Weg in die EUdSSR ausgebootet.

Weiterlesen

Welt aktuell: Bankenkrise – Griechenland – Ukraine – Israel – Chile

Welt aktuell:

Bankenkrise – Griechenland und die Zahlen- Proteste in der Ukraine – Schneechaos in Israel – Stichwahl in Chile

Es ist unglaublich, wie sich die Welt seit 2008 verändert. Niemand hätte daran zu denken gewagt, dass Banken – bisher gerade in Deutschland gemäß traditioneller kaufmännischer und hanseatischer Art – Ursache eines Finanzzusammenbruchs werden. Die alten Werte von kaufmännischer Vorsichtigkeit wurden in den letzten zwei Jahrzehnten – nach Aufhebung des Glass-Steagall-Acts durch US-Präsident Clinton – über Bord geworfen: die schnelle Protitgier, der sekundenschnelle automatisierte Handel mit Optionen, Wetten, und anderen künstlichen Finanzprodukten – der sich von der Realwirtschaft vollständig abgekoppelt hat – hat das westliche Finanzsystem an den Rande des Abgrunds manövriert.

Dazu kommen Staaten mit unverantwortlich handelnden Politikern wie beispielsweise in Griechenland: diese scherte nur der Erfolg im Jetzt und Hier, ein ganzes Land übt sich im Steuer“vermeiden“, auf den griechischen Inseln wurde keine Steuer kassiert, die Verwaltung jahrelang ohne Computer, ohne irgendeinen Hang die Außenposten einzutreiben – völlig unorganisiert und ineffizient – wie in so manchem anderen Südland auch.

Zudem – so berichten aktuelle Artikel – sehen die tatsächlichen Zahlen in Griechenland nicht so gut aus, wie gerne dargestellt wird.

Auch hier haben die Banken hoch gepokert – Anleihen von solchen riskanten Staaten in Hülle und Fülle gekauft – um nachher das Risiko mittels staatlichen europäischen Rettungsfonds, die zu mind. 30 Prozent durch den deutschen Steuerzahler finanziert werden, auf die Allgemeinheit abzuwälzen – was ich Eurosozialismus nenne, weil es die eigentlich in der Marktwirtschaft untrennbare Verbindung zwischen Verantwortung und Haftung der privaten Hand auflöst und die Risiken sozialisiert – die Gewinne dagegen individialisiert. Die geplante Bankenabwicklung gemäß der Haftungskaskade soll ab 2016 schrittweise eingeführt werden.

Das ganze Finanzsystem –  steht trotz Eurorettungsfonds und trotz geplanter Bankenunion – am Rande des Abgrunds. Denn das Prinzip des Zins und Zinseszins kann am Ende irgendeiner der Marktteilnehmer nicht mehr erwirtschaften. Daher gab es auch zu alttestamentarischen Zeiten das sogenannte Jobel- oder Jubeljahr: nach 50 Jahren wurden alle Schulden erlassen. Die nachfolgende Generation konnte neu durchstarten – ohne Erbschulden und Erblasten.

Zudem war das verlangen von Zinsen von einem in Not geratenen Glaubensbruder gemäß der Heiligen Schrift untersagt.

Die Finanz- und Schuldenkrise der Eurostaaten aber schreckt osteuropäische Menschen noch lange nicht davor ab  – sich in Richtung Westeuropa zu orientieren – und sich von Rußland abzuwenden.Seit Putins zweite Amtszeit begonnen hat, werden die Rechte von Oppositionellen und Journalisten immer weiter eingeschränkt. Putin lenkt mit den Olympischen Spielen und der Gewährung für Asyl für Edward Snowden gerne von diesen Tatsachen ab. Daher haben viele Menschen in der Ukraine berechtigte Sorge von zunehmendem politischen Einfluss aus Rußland.

Die politische und finanzpolitische Wetterlage in der Welt ist also arg in Bewegung und birgt noch viele Überraschungen.

So schlägt auch das Wetter im Nahen Osten derzeit rekordverdächtige Kapriolen . Allen Klimaveränderungswarnungen zum Trotz hat es in Jerusalem und Israel zum ersten Mal seit ca. 100 Jahren Schnee in einer Höhe von 40 Zentimetern gegeben. Wer also in Europa die Chance zum Winterurlaub nutzen will, kann sie in Jerusalem nutzen.

Am anderen Ende der Erde in Chile finden heute die Stichwahlen zur Präsidentschaftswahl statt. Es bleibt auch hier abzuwarten, wie sich die politische Lage entwickelt und auf die Menschen und die Wirtschaft dort auswirken wird. Die Favoritin Michelle Bachelet jedenfalls lässt sich von einem skurillen Bündnis aus Sozialisten, Christdemokraten, Sozialdemokraten und (!) Kommunisten tragen.

Es wünscht Ihnen einen besinnlichen Advent

Ihr 99 Thesen alias Frederick Kühne